AMSTERDAM (Dow Jones/Euro am Sonntag/rm). “Wir ziehen daraus Konsequenzen, beispielsweise bei der geplanten Überarbeitung unserer A320-Modelle”, sagte Finanzvorstand Hans Peter Ring der Wirtschaftszeitung “Euro am Sonntag” (EamS). “Wir werden sehr genau prüfen, ob wir dafür auch die entsprechenden Ressourcen zur Verfügung haben. Wir werden insbesondere besser darauf achten, dass dadurch keine anderen Programme belastet werden. Und wir werden dies künftig auch bei anderen großen Programmentwicklungen so machen.”

Ganz abgesehen von dem Triebwerksvorfall sei es grundsätzlich ein Thema in der Branche, ob man sich in der Vergangenheit nicht zu viel vorgenommen habe, sagte Ring. Dies gelte auch für EADS. “Da sind wir in den letzten Jahren sowohl bei kommerziellen wie militärischen Programmen des Öfteren in Verzug geraten. Eine A400M, eine A380, eine A350 mehr oder weniger gleichzeitig zu machen, das ist schon eine sehr große Herausforderung. Hätten wir heute noch einmal die Wahl, ins Jahr 2003/2004 zurückzukehren, würden wir etwa den ursprünglichen Vertrag für das Militärtransportflugzeug A400M in dieser Form nicht mehr unterschreiben. Wir müssen aus diesen Themen lernen, besser aufpassen und besser werden.”

Bereits eingegangene Verpflichtungen werde man natürlich erfüllen. “Aber wenn wir neue Programme anfangen, werden wir aufpassen, denn da hat EADS in der Vergangenheit die entscheidenden Fehler gemacht, ganz am Anfang, bereits vor oder bei Unterzeichnung von Verträgen”, so der Manager des Luft- und Raumfahrtkonzerns.