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Der Ausbau von Windrädern und Solaranlagen kostet Wirtschaft und Privathaushalte 2017 mehr. - Pixabay

Für einen Durchschnittshaushalt mit einem Stromverbrauch von 3.500 Kilowattstunden im Jahr bedeutet der Anstieg zusätzliche Ausgaben von ungefähr 18 Euro. Die Erhöhung entspricht einem Zuwachs von 8 Prozent.

Die deutsche Industrie sorgt sich wegen der steigenden EEG-Umlage um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. "Der starke Anstieg der Kosten für erneuerbare Energien ist ein Alarmsignal. Das jetzige Fördersystem läuft aus dem Ruder", schimpfte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, am Freitag. Die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wachse vier Mal stärker als die Wirtschaft.

Zuvor hatten die Übertragungsnetzbetreiber bekannt gegeben, dass die Ökostromumlage im nächsten Jahr von derzeit 6,35 Cent auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde steigt. Mit der Abgabe wird der Ausbau von Windrädern, Solarfeldern und Biomasseanlagen bezahlt. Sie wird von Wirtschaft und Privatverbraucher automatisch mit der Stromrechnung eingezogen. Befreit davon sind Großverbraucher wie Stahlwerke, Aluhütten und Chemiefabriken.

Dennoch sprach die chemische Industrie von einem schlechten Signal. "Das heutige EEG-System befindet sich in einer Sackgasse. Die bisherigen Korrekturen am EEG zeigen bislang kaum Wirkung", sagte der Chef des Branchenverbandes VCI, Utz Tillmann. Nach seinen Worten zahlen 90 Prozent der Chemiebetriebe in Deutschland die Umlage und sind nicht befreit.

Die Stahlerzeuger forderten wegen der Anhebung der EEG-Abgabe, den grünen Strom möglichst rasch in den Markt zu integrieren. Die Wirtschaftsvereinigung Stahl warnte davor, dass auch in den nächsten Jahren weitere Preissprünge drohten.

Anstieg sorgt für Ärger

Nach Berechnungen des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) könnte die Umlage bis 2025 auf 10 Cent je Kilowattstunde klettern. Die Verteidiger der Erneuerbaren halten dagegen, dass Deutschland wegen der Energiewende viel weniger Rohstoffe wie Kohle und Gas importieren muss.

Doch nicht nur in der Wirtschaft, auch in der Großen Koalition sorgt der Anstieg der Kosten für die Energiewende für Zündstoff. Unionsvize Michael Fuchs nutzte die Erhöhung zum Angriff auf SPD-Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel. "Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hatte uns versprochen, die Energiewende-Kosten im Griff zu halten. Jetzt steigt die EEG-Umlage um über 8 Prozent", klagte Fuchs in der Bild-Zeitung. Für die Sozialdemokraten seien das "offenbar alles Peanuts". Der CDU-Politiker verlangte eine Obergrenze für die Förderung der Erneuerbaren. "25 Milliarden Euro pro Jahr sind genug."

Die Linke verlangte hingegen, die Befreiungen für die Industrie zu streichen, um die privaten Haushalte zu entlasten. "Nicht der Ausbau der Erneuerbaren ist ein Kostenproblem, sondern die einseitige Belastung der Privathaushalte", meinte die Energieexpertin der Partei, Eva Bulling-Schröter. Sie forderte gleichzeitig die Abschaffung der Stromsteuer.