BERLIN (Dow Jones/rm). Im Mai verkauften die Händler zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen mit 252.800 Neuwagen 34% weniger als im Vorjahresmonat, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Mittwoch in Berlin mitteilte.

Die Zahlen sehen jedoch schlechter aus als sie sind: Im Mai vergangenen Jahres hatte die staatliche Prämie die Autokäufe um fast 40% steigen lassen. Bereits seit Jahresende 2009 hatte sich das Auslaufen der Verschrottungsprämie dann in sinkenden Verkaufszahlen bemerkbar gemacht.

Im bisherigen Jahresverlauf zählten die Zulassungsstellen nach VDA-Angaben knapp 1,18 Mio neu angemeldete Pkw und damit 28% weniger als im Vorjahreszeitraum. Für die Branche ist dies keine Überraschung. Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) rechnet für das laufende Jahr mit einem Rückgang der Zahl der Neuzulassungen auf maximal 2,9 Millionen nach 3,8 Millionen im Vorjahr. Der VDA rechnet mit 2,75 bis 3 Mio Neuzulassungen.

Da vom Heimatmarkt in diesem Jahr kaum Impulse ausgehen dürften, setzt die deutsche Automobilbranche vor allem auf den Export, etwa nach China und in die USA. Im Mai exportierten Audi, BMW, Mercedes-Benz, VW und Co den achten Monat in Folge mehr Autos. Seit Jahresbeginn stiegen die Ausfuhren um knapp die Hälfte auf 1,77 Mio Pkw, wie der VDA mitteilte.

In den ersten fünf Monaten 2010 wurden demnach drei von vier Autos, die in Deutschland produziert wurden, im Ausland gekauft. “Die dynamische Entwicklung der Auslandsmärkte wirkt sich damit positiv auf die Inlandsproduktion aus und kompensiert den erwarteten Rückgang auf dem deutschen Markt”, erklärte VDA-Präsident Matthias Wissmann.