Dr. Matthias von Krauland, Sprecher des Vorstands der Eisenmann AG Bild: Eisenmann AG:

Dr. Matthias von Krauland, Sprecher des Vorstands der Eisenmann AG Bild: Eisenmann AG: "Wir setzen den Schwerpunkt auf technische Innovationen, die den Stand der Technik neu definieren."

Fabriken müssen in Zukunft ein umfassendes energetisches Konzept vorweisen, sagt Dr. Matthias von Krauland, Vorstandssprecher der Eisenmann AG. Das Unternehmen ist eine Systemanbieter u.a. für Oberflächentechnik und Materialfluss-Automation.

Wie schätzen Sie die konjunkturelle Entwicklung Ihrer Branche 2011 ein?
Wir erwarten, dass sich die Konjunktur im Jahr 2011 weiter belebt. Dies wird insbesondere von den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) ausgehen. Aber auch in Europa steigen die Investitionsbudgets wieder an.

Welche Gefahren könnten eine positive wirtschaftliche Entwicklung gefährden?
Im Anlagenbau sind zu vergebende Projekte nach wie vor stark umkämpft. Dadurch geraten die erzielbaren Margen unter Druck, bei gleichzeitigem Anstieg der Rohstoffpreise. Darüber hinaus kommt es häufig zu Engpässen bei unseren Zulieferfirmen, da diese in der Krise ihre Kapazitäten der wirtschaftlichen Situation angepasst haben und nun die sprunghaft angestiegene Nachfrage managen müssen.

Was sind die wichtigsten Technologien für Ihr Unternehmen, Ihre Branche? In welchen Bereichen sind wichtige technologische Fortschritte zu erwarten?
Wir müssen uns immer mehr auf die Anforderungen einstellen, die der Einsatz neuer Werkstoffe wie Leichtbauteile aus Faserverbundstoffen oder die Verwendung verschiedener Materialien innerhalb eines Endprodukts mit sich bringen. Deshalb gilt es, Anlagentechnik für die darauf angepassten Produktionsschritte wie beispielsweise Fügen und Kleben anzubieten und gleichzeitig die hohe Prozessgeschwindigkeit in der Fertigung aufrechtzuerhalten.

Welche weiteren Schwerpunkte setzen Sie?
Wir setzen den Schwerpunkt darüber hinaus auf technische Innovationen, die den Stand der Technik neu definieren. Auch die Koppelung der Anlagen mit technischen Möglichkeiten aus dem Bereich der erneuerbaren Energien, wie z.B. Solarthermie, wird dabei immer wichtiger. So können energieintensive Produktionsprozesse in ein energetisches Konzept für die gesamte Fabrik eingegliedert werden. In Zukunft wird es nicht mehr reichen, ausschließlich einen bestimmten Prozessschritt – wie beispielsweise die Lackierung – mit dem Attribut grün zu versehen. Grün muss die gesamte Fabrik sein, nur das wird den Endverbraucher von der Umweltfreundlichkeit des angebotenen Produkts überzeugen. Nach diesem universellen Konzept handeln wir bei all unseren Innovationen und Kooperationen, um unseren Kunden ein wirtschaftliches, energieeffizientes und umweltfreundliches Gesamtpaket bieten zu können