Produktion bei Elringklinger: Das Unternehmen zeigt sich unbeeindruckt von der aktuellen

Produktion bei Elringklinger: Das Unternehmen zeigt sich unbeeindruckt von der aktuellen Finanzmarktkrise und rechnet weiterhin mit einem organischen Umsatzwachstum für 2011 von 12% bis 14% (Bild: Elringklinger).

Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires

FRANKFURT (Dow Jones/ks)–”Bei Auftragsbestand und Auftragseingang spüren wir überhaupt nichts”, sagte Vorstandschef Stefan Wolf am Mittwoch in einem Interview am Rande der Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) in Frankfurt. Er habe die Messe auch genutzt, um mit vielen Kunden zu sprechen, die bisher ebenfalls keine Auswirkungen bemerkten.

“Wir bleiben bei unserer Prognose”, erklärte Wolf daher. Ende Juli hatte Elringklinger die Latte beim Umsatz für 2011 höher gelegt und rechnet – ohne Berücksichtigung des übernommenen Flachdichtungsbereichs von Freudenberg sowie der Schweizer Hug-Gruppe – mit einem Plus von 12% bis 14%. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern soll überproportional um 15% bis 25% zulegen.

Auch für das kommende Jahr ist Wolf positiv gestimmt: “2012 wird ganz gut”, sagte der Manager. Zwar werde es wohl keine exorbitanten Steigerungsraten geben. “Selbst wenn der Markt stagniert, wachsen wir beim Umsatz organisch aber um 5% bis 7%”. Die Marge will Wolf im nächsten Jahr weiter wieder auf das Niveau von vor der Krise von 16% bis 18% steigern. Wegen der noch weniger profitablen Akquisitionen werde man aber wohl eher am unteren Ende der Bandbreite landen, bekräftigte er.

Die Integration des Flachdichtungsbereichs von Freudenberg sowie der Schweizer Hug-Gruppe, die zuletzt wie angekündigt auf der Profitabilität von Elringklinger lastete, läuft nach Aussage Wolfs gut. Ein Problem ist allerdings der starke Schweizer Franken. Wolf erklärte, man wolle die Belastung dadurch reduzieren, dass man Wertschöpfung aus dem Land abziehe. Ziel sei es, nur noch die Wertschöpfung in der Schweiz zu halten, die sein müsse.

Den jüngsten Zukauf, die erst vor einigen Tagen bekanntgegebene Übernahme einer 90%-Mehrheit an der baden-württembergischen Firmengruppe Hummel, begründete Wolf mit der “Absicherung von maßgeblichem Know-How”. Die Hummel-Gruppe ist in den Bereichen Werkzeugtechnologie und Leichtbau unterwegs und ist bereits seit geraumer Zeit ein wichtiger Geschäftspartner von ElringKlinger – aber eben auch von den Konkurrenten. “Wir wollten nicht, dass ein Wettbewerber uns das Unternehmen wegkauft”, sagte Wolf.

Gerüchten über eine drohende Übernahme erteilte Wolf eine klare Absage: “Die Mehrheit von Elringklinger liegt bei der Familie Lechler”. Beide Familienstämme hätten auf der IAA zugesagt, fest zu dem Investment zu stehen. “Das ist kein Thema. Wir sind weder angesprochen worden, noch wissen wir etwas”, erklärte Wolf. Am Vortag hatten Meldungen, der US-Turboladerhersteller Borg Warner sei an den Schwaben interessiert, die Aktie des MDAX-Konzerns haussieren lassen. Das Papier präsentierte sich am Mittwoch im späten Handel bis gegen 17.17 Uhr mit einem Plus von 5,8% auf 18,62 Euro.