„Die deutsche Wirtschaft läuft derzeit auf Hochtouren. Umso größer das Wachstum, desto mehr werden am aktuellen Rand aber auch die Flaschenhälse spürbar“, erklärte DIHK-Konjunkturexpertin Sophia Krietenbrink am Montag.

„Die deutsche Wirtschaft läuft derzeit auf Hochtouren. Umso größer das Wachstum, desto mehr werden am aktuellen Rand aber auch die Flaschenhälse spürbar“, erklärte DIHK-Konjunkturexpertin Sophia Krietenbrink am Montag. - Bild: Pixabay

Das signalisiert der saisonbereinigte IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI), der im Berichtsmonat binnen vier Wochen um 0,5 Punkte auf 60,6 nachgab und damit wieder den Wert von Oktober 2017 erreichte. Dessen ungeachtet signalisiert er noch immer ein ausgesprochen kräftiges Wachstum. Im Dezember 2017 hatte der Index ein neues Allzeithoch erreicht.

Der PMI spiegelt das Ergebnis der Februar-Umfrage zur Konjunkturlage in der deutschen Industrie in einem Wert wider. Eine EMI-Notierung unter der Referenzlinie von 50 signalisiert einen Rückgang der Geschäfte des Verarbeitenden Gewerbes im Vergleich zum Vormonat und Werte über 50 zeigen ein Wachstum an.

Stößt das Wirtschaftswachstum an seine Grenzen?

Trotz des Rückgangs der EMI-Notierung unterliegt die deutsche Industrie immer noch einer Zunahme von 10,6 Prozent im Vergleich zu dem Wert von vor vier Wochen mit 11,1 Prozent und zeugt von anhaltender Robustheit des verarbeitenden Gewerbes.

Belastungsfaktoren seien nicht die mangelnde Nachfrage, sondern vielmehr Lieferschwierigkeiten. Dies deute auf eine Spätphase des Zyklus hin. „Die Einkaufspreise steigen, die Kapazitäten sind hoch ausgelastet und auch vom Arbeitsmarkt kommt Druck, wie sich am jüngsten Tarifabschluss der IG-Metall ablesen lässt.", sagte die Helaba-Bankdirektorin dem BME.

„Die deutsche Wirtschaft läuft derzeit auf Hochtouren. Umso größer das Wachstum, desto mehr werden am aktuellen Rand aber auch die Flaschenhälse spürbar“, erklärte DIHK-Konjunkturexpertin Sophia Krietenbrink am Montag. Denn die Ausrüstungsinvestitionen hätten sich in den vergangenen Jahren eher verhalten entwickelt. Gleichzeitig sei die Kapazitätsauslastung stetig gestiegen. Die Unternehmen reagierten nun jedoch auf die hohen Auslastungsgrade und wollen verstärkt investieren. In der DIHK-Konjunkturumfrage zu Jahresbeginn seien die Investitionsabsichten der Industrie so hoch wie zuletzt vor sieben Jahren gewesen. „Mehr als vier von zehn Unternehmen planen Kapazitätserweiterungen“, teilte Krietenbrink dem BME mit.

„Die jüngsten Stimmungsindikatoren sind Anzeichen einer globalen Verlangsamung: Die Frühindikatoren der OECD gewinnen seit mehreren Monaten nicht mehr zusätzlich an Dynamik, die weltweite Industrieproduktion scheint im Januar sehr schwach gewesen zu sein“, sagte Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, am Montag dem BME.

So entwickelte sich der EMI-Teilindizes

Die Produktionssteigerungsrate schwächte sich im Februar zwar zum zweiten Mal hintereinander ab und landete auf dem Niveau vom Oktober 2017, blieb aber eine der höchsten seit Anfang 2011. Mehr produziert wurde in allen drei von der EMI-Umfrage erfassten Industriebereichen – im Konsum-, Vorleistungs- und Investitionsgüterbereich. Das 39. Auftragsplus in Folge fiel zwar abermals hoch aus, die Zuwachsrate war diesmal jedoch die zweitniedrigste in den zurückliegenden zwölf Monaten. Der Beschäftigungszuwachs verlangsamte sich im Februar zum dritten Mal hintereinander, er zählte jedoch erneut zu einem der stärksten seit Umfragebeginn vor knapp 22 Jahren.