Trumpf

Die EMO 2017 öffnet in Hannover ihre Tore. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (2.v.r.) kam zu Besuch zum Trumpf-Stand. Mit dabei waren VDW-Vorsitzender Heinz-Jürgen Prokop (l.) und EMO-Generalkommissar Carl-Martin Welcker (2.v.l.). - Bild: Kopp/Produktion

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte bei der Eröffnung 2017: "Eine offene Gesellschaft und eine prosperierende Wirtschaft beruhen auf dem starken Fundament aus Austausch und Vertrauen. Messen wie die EMO verdeutlichen dies auf ganz konkrete, greifbare Weise. Es ist gut, dass diese Tradition auch im Zeitalter von digitalen Katalogen, Videokonferenzen und Just-in-time-Produktion erhalten bleibt." 

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil ergänzte: "Die Wirtschaftskraft Deutschlands und Niedersachsens beruht auf der Stärke der Industrie. Die Aussteller der EMO zeigen, wie es gelingen kann, diese Stärke zu bewahren und auszubauen: mit Präzision, Qualität, Produktivität und vor allem neuen Lösungen der Vernetzung und Digitalisierung."

"Das who is who der internationalen Produktionstechnik trifft sich in diesen Tagen auf der EMO. Wir erwarten Chefeinkäufer großer Werkzeugmaschinenanwender, allein organisierte Kundendelegationen aus mehr als 20 Ländern, zahlreiche Vertreter aus der Politik und der Produktionswissenschaft sowie viele, viele Produktionsexperten aus aller Welt", sagt EMO-Generalkommissar Carl Martin Welcker am Rande der Messeeröffnung.

Von der EMO werde eine Initialzündung für die Vernetzung in der Produktion ausgehen. Gezeigt werden aber auch viele Innnovationen und Neuheiten in den klassischen Disziplinen der Produktionstechnik. 

Entsprechend hob Luigi Galdabini, Präsident des europäischen Werkzeugmaschinenverbands Cecimo, in seiner Eröffnungsrede die Schlüsselstellung der Werkzeugmaschinenindustrie hervor. "Für eine Woche wird die EMO Hannover zur größten Fabrik der Welt und damit ein erstklassiges Schaufenster für Innovationen", schwärmte er. Bernd Leukert, Vorstandsmitglied der SAP SE in Walldorf, wies schließlich darauf hin, dass die digitale Transformation nicht nur die Produktion quer durch alle Branchen betrifft, sondern die Gesellschaft als Ganzes umkrempelt.

Investitionsgüterindustrie weltweit optimistisch

Die EMO Hannover 2017 findet in einem optimistischen wirtschaftlichen Umfeld statt. Die Stimmung ist gut, die Konjunkturindikatoren weisen nach oben, der IWF hat erst jüngst seine Prognose zum Wachstum des weltweiten Bruttoinlandsprodukts von 3,5 Prozent bestätigt.

Heinz-Jürgen Prokop
Heinz-Jürgen Prokop, VDW-Vorsitzender. - Bild: Trumpf

Die Industrieproduktion und Investitionen der wichtigsten Kundenbranchen der Werkzeugmaschinenindustrie sollen im laufenden Jahr um 3,4 bzw. 5,6 Prozent wachsen, so berichtet das britische Wirtschaftsforschungsinstitut Oxford Economics, Prognosepartner des EMO-Veranstalters VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken).

Voraussichtlich wird sich Asien bei den Investitionen an die Spitze setzen mit einem Zuwachs von 6,5 Prozent, gefolgt von Europa und Amerika. Beim Werkzeugmaschinenverbrauch werden 3,2 Prozent Plus erwartet. Hier ist Europa knapp an der Spitze, mit einem Zuwachs von 4,0 Prozent. Stabile Treiber sind weiterhin die südeuropäischen Länder Italien und Spanien, aber auch Frankreich, alle drei große Werkzeugmaschinenmärkte innerhalb Europas.

Asien kann seinen Werkzeugmaschinenverbrauch 2017 voraussichtlich um 3,5 Prozent steigern. Zum einen hat China seine Durststrecke dauerhaft überwunden und soll 3,9 Prozent zulegen. Zum anderen wird erwartet, dass sich die Asean-Märkte wieder erholen. In Amerika hingegen wird sich der Werkzeugmaschinenverbrauch voraussichtlich wieder stabilisieren. Nach einem Rückgang 2016 soll er 2017 mit 0,5 Prozent leicht wachsen. "Alles in allem bietet die internationale Konjunktur beste Voraussetzungen für anziehende Geschäfte, die auf der EMO Hannover vorbereitet und teilweise auch abgeschlossen werden", sagt Dr. Heinz-Jürgen Prokop, Vorsitzender des VDW.

Deutscher Werkzeugmaschinenexport boomt 

In Deutschland lief das Werkzeugmaschinengeschäft im ersten Halbjahr 2017 gut an. „Wir liegen voll auf der Linie unserer Erwartungen“, kommentiert Prokop das Ergebnis. Die Produktion stieg um 3 Prozent, die Beschäftigung hat um 2,3 Prozent auf 70.360 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen angezogen. Die Kapazitätsauslastung lag im Juli dieses Jahres bei fast 95 Prozent, der Auftragsbestand betrug 7,1 Monate. 

 

Carl-Martin Welcker
Carl-Martin Welcker, EMO-Generalkommissar. - Bild: VDMA

Im ersten Halbjahr boomte der Export. Er stieg doppelt so stark wie die Produktion. Der Auftrieb kam vor allem aus Asien. Hier legten die deutschen Ausfuhren mit 16 Prozent kräftig zu. China, wichtigster Markt, war mit 18 Prozent wieder klar auf Wachstumskurs und zog andere asiatische Länder mit. Bemerkenswert stark ist der Exportzuwachs nach Japan mit 60 Prozent. Auch Indien und Taiwan sind deutlich positiv. 

Die Ausfuhren nach Amerika sind ebenfalls mit 11 Prozent zweitstellig im Plus. Das Geschäft mit den USA blieb unbeeindruckt vom regierungspolitischen Kurs erfolgreich und stieg um 15 Prozent. Das Exportwachstum nach Mexiko beruhte noch auf dem dicken Auftragspolster der Vorjahre. Die internationale Automobilindustrie hatte lange kräftig investiert. Dieser Boom läuft nun aus. Die Aufträge sind stark eingeknickt. Brasilien hingegen hat von niedrigem Niveau ausgehend die Talsohle im Export überwunden. 

Europa blieb mit 1 Prozent Minus leicht unter Vorjahr. Frankreich konnte sich mit einem Anstieg um 21 Prozent jedoch als drittgrößter Markt hinter China und den USA platzieren. Die Sorgenkinder Russland und Türkei zeigten sich im Export zwar leicht positiv, die aktuelle Auftragslage ist dagegen deutlich im Minus. Das gilt ebenfalls für Großbritannien, wo sich der Brexit-Effekt allerdings auch in den Exporten widerspiegelte.

Produktionswachstum bestätigt

Zwar sank der Auftragseingang der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie im ersten Halbjahr 2017 insgesamt leicht um 1 Prozent. "Das bedeutet jedoch nur, dass wir unser hohes Auftragsniveau weitgehend halten konnten", sagt VDW-Vorsitzender Prokop. Die Inlandsaufträge verloren 15 Prozent. Die Auslandsbestellungen stiegen um 6 Prozent.

 

  • Emo, 2017, Doosan

    Doosan zeigte auf der EMO unter anderen die DNM 4000 - insgesamt warteten die Koreaner mit 12 neuen Produkten auf. - Bild: Kopp

  • Auf einem gigantischen Stand zeigten die Koreaner satte 22 Großmaschinen. - Bild: Kopp

    Auf einem gigantischen Stand zeigten die Koreaner satte 22 Großmaschinen. - Bild: Kopp

  • EMO, 2017, Trumpf, Steinmeier

    Hohen Besuch gleich zum Auftakt bekamen die Ditzinger Laserspezialisten von Trumpf: Bundespräsident Fank-Walter Steinmeier besuchte den Messestand zusammen mit dem VDW-Vorsitzenden Heinz-Jürgen Prokop (l.) und VDMA-Präsident Carl-Martin Welcker (2.v.l.). - Bild: Kopp

  • EMO 2017

    Dicht gedrängt stehen die Besucher an den Eingängen zur Weltleitmesse EMO 2017 in Hannover. - Bild: Deutsche Messe

  • EMO,2017,Kern

    Kern zeigte auf der EMO 2017 auch die Kern Micro in Aktion. Ergänzt durch den Erowa Robot Compact 80 wollen die Bayern beweisen, dass sich auch filigrane Produkte mit einer Präzision bis in den Nanobereich vollautomatisiert in Serie produzieren lassen. - Bild: Wilk

  • EMO,2017, Grob

    Der Branchenriese Grob ließ sich auf der EMO 2017 in Sachen Bauteilgröße nicht lumpen: Mit ganzen Motorblöcken zeigte das Unternehmen, was seine Maschinen können. - Bild: Wilk

  • EMO,2017, Alzmetall

    Klein ist anders: Die GS1400, die Alzmetall auf der EMO 2017 zeigte, hat durchaus die Abmessungen eines Wohnraumes. - Bild: Weilzierl

  • EMO, 2017, Steinmeier, Grob

    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schaute auf dem Messestand von Grob vorbei - Chef Christian Grob (l.) ließ es sich nicht nehmen, ihm die Neuerungen zu erklären. - Bild: Kopp

  • EMO,2017, Mazak

    Bei Mazak hieß es auf der EMO 2017 nicht kleckern sondern klotzen: Der Stand der Japaner war einer der größten der Messe. Anders wären die vielen Neuerungen auch wohl nicht unterzubringen gewesen. - Bild: Weinzierl

  • EMO,2017, Mitsubishi

    Auch Mitsubishi Electric zeigte auf der EMO 2017 was bei ihnen in Sachen Werkzeugmaschine und Vernetzung alles möglich ist. - Bild: Weinzierl

  • EMO,2017, Starrag

    Seinen speziell für die Bearbeitung im Bereich Aluminium ausgelegten parallelkinematische Bearbeitungskopf Sprint Z3 zeigte Starrag auf der EMO 2017. Er soll eine optimale 5-Achs-Simultanbearbeitung ermöglichen. - Bild: Weinzierl

  • EMO, 2017, Horkos

    MIt sauberen und trockenen Spänen....

  • EMO, 2017, Horkos

    ...wartete das japanische Familienunternehmen Horkos in Hannover auf. Masao Sugata ist Firmenchef in dritter Generation. - Bild: Kopp

  • EMO, 2017, Walter

    Bei Walter waren die Besucher auch in Sachen Virtual Reality ganz vorne dabei. - Bild: Weinzierl

  • EMO, 2017, Ingersoll

    Mit heißen Rhythmen und einer nicht minder heißen Tanz-Video-Performance zog Ingersoll Cutting Tools Aufmerksamkeit auf sich. - Bild: Weinzierl

  • EMO, 2017, TdeGe

    Clamping XXL gab es bei Te de Ge zu sehen. - Bild: Weinzierl

  • EMO, 2017, Chiron, Retrofit

    So sieht Retrofit bei Chiron aus: Rechts eine FZ12W Magnum von Anno Dunnemals, die durchaus schon bessere Zeiten gesehen hat. Und links die gleiche Maschine, nachdem die Experten des Werkzeugmaschinenbauers das Gerät ins 21. Jahrhundert geholt haben. - Bild: Moser

  • EMO, 2017, Metrom

    Leicht spacig sieht die Fünf-Achs-Bearbeitungsmaschine von Metrom aus. Das mobile und multioptionalen Gerät soll durch seine spezielle Konstruktion weltweit einen einfachen Transport per LKW oder Flugzeug und den schnellen Aufbau am jeweiligen Einsatzort ermöglichen. - Bild: Weinzierl

  • EMO, 2017, Weingärtner

    Weingärtner machte auf der EMO 2017 eine große Welle: Der Maschinenbauer zeigte, was heute in Sachen Metallbearbeitung möglich ist. - Bild: Weinzierl

Für das zweite Halbjahr 2017 wird von einer deutlich besseren Entwicklung vor allem im Inland ausgegangen, u. a. weil Basiseffekte, die noch eine Rolle gespielt hatten, entfallen. Ein erster Lichtblick zeigte sich bereits im Juli. Die Inlandsbestellungen stiegen um 28 Prozent. Darüber hinaus vermeldet der Maschinenbau als wichtige Abnehmerbranche eine gute Auftragsentwicklung. Zudem ziehen auch die Investitionen der deutschen Industrie wieder an, da deren internationales Exportgeschäft dynamischer läuft. Bisher war die inländische Konjunktur eher vom Konsum und von Bauinvestitionen getragen.

"Alle Ampeln stehen auf Grün", sagt Prokop. "Angesichts der vielversprechenden Rahmenbedingungen erwarten wir eine Punktlandung für unsere Produktionsprognose von Anfang des Jahres mit plus 3 Prozent", bekräftigt er. Die EMO warte mit vielen Innovationen in allen technischen Bereichen auf und werde den Investitionen damit starke Impulse geben. In der laufenden Woche erwartet die Fachbesucher in Hannover ein hochkarätiges Angebot der internationalen Aussteller, aber auch ein vielfältiges Rahmenprogramm, das sich mit Märkten, Technologien, Vernetzung und Sicherheitsaspekten in der Produktion beschäftigt. "Wir freuen uns auf die Besucher aus aller Welt", sagt EMO-Generalkommissar Welcker abschließend.

VDW