Vom 16. bis 21. September 2019 präsentieren internationale Hersteller von Produktionstechnologie zur EMO Hannover 2019 smarte Technologien

Vom 16. bis 21. September 2019 präsentieren internationale Hersteller von Produktionstechnologie zur EMO Hannover 2019 smarte Technologien. - Bild: VDW

Im Mittelpunkt der Industrieproduktion steht nicht mehr (nur) „besser, schneller, genauer“, sondern die Entwicklung und Umsetzung neuer Funktionen im Rahmen von Industrie 4.0. Digitalisierung und intelligente Vernetzung in Kombination mit vielen neuen Entwicklungen von Big Data über Datenanalyse und künstliche Intelligenz bis hin zur Plattformökonomie schaffen die Grundlage für neue Geschäftsmodelle, damit Kunden und Anbieter eine neue Stufe der Produktivität erreichen können.

„Bereits die vergangene EMO Hannover hat gezeigt, dass Industrie 4.0 in der Werkzeugmaschinenindustrie angekommen ist“, sagt Carl Martin Welcker, Generalkommissar der EMO Hannover 2019. „Das führen wir fort, indem wir als weltweit führende Innovationsplattform den Fokus auf den nächsten Entwicklungsschritt in der Produktion legen: die technischen Möglichkeiten von Digitalisierung und Vernetzung, die sich mehr und mehr in neuen Geschäftsmodellen niederschlagen“, so Welcker weiter.

„Das heißt nicht, dass wir künftig nicht mehr daran arbeiten werden, Maschinen und Prozesse im klassischen Sinne zu optimieren. Ich bin jedoch überzeugt davon, dass Quantensprünge in Produktivität, Qualität und Zuverlässigkeit vor allem aus den neuen Technologien erwachsen werden. Daher werden wir 2019 eine Fülle von Lösungen sehen, die neue Dienste und Services für die Kunden der Werkzeugmaschinenindustrie umsetzen.“

Daten intelligent nutzbar machen

Für neue Geschäftsmodelle auf breiter Ebene müssen zunächst die immensen Datenmengen, die durch Digitalisierung und Vernetzung von Maschinen und Prozessen anfallen, auf ein verwertbares Maß reduziert werden. Denn nur wer aus Big Data die relevanten Daten herausfischt (Smart Data), kann einen unternehmerischen Nutzen aus Industrie 4.0 ziehen.

Wissenschaftler der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktionstechnik WGP haben in ihrem Standpunktpapier Industrie 4.0 bereits im vergangenen Jahr einen Handlungsleitfaden veröffentlicht und gezeigt, wie Big Data beispielsweise mit der Data-Mining-Methode beherrschbar werden kann. Neben diesem Ratgeber bringen die Professoren der WGP ihre hochaktuelle Expertise in anderen bilateralen Angeboten zwischen Industrie und Wissenschaft ein. Nicht zuletzt nutzen sie die EMO Hannover, um ihre Projekte mit Industriepartnern einem Weltpublikum vorzustellen.

Künstliche Intelligenz nutzen

In den vergangenen Jahren hat die künstliche Intelligenz (KI) erstaunliche Durchbrüche erzielt. Ein Teilbereich, das Machine Learning, ermöglicht Maschinen und Prozessen, sich mithilfe von Smart Data selbst zu optimieren. Sie erkennen Muster in Datenströmen und leiten Aktionen daraus ab. Aus jeder Situation lernt das System.

VDMA-Präsident und Generalkommissar der EMO Hannover 2019: Carl Martin Welcker
VDMA-Präsident und Generalkommissar der EMO Hannover 2019: Carl Martin Welcker. - Bild: VDMA

Künstliche Intelligenz ist bereits im Alltag angekommen. Damit auch der Maschi-nenbau davon profitiert, hat der VDMA die Studie „Machine Learning 2030“ publiziert, die als eine Art Roadmap zu verstehen ist. Die Empfehlungen an Unternehmen, Politik und Forschung werden derzeit in einem VDMA-Arbeitskreis konkretisiert und implementiert. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis auch dieses Zukunftsszenario Einzug in die Fabriken hält. So setzt die Autoindustrie bereits stark auf künstliche Intelligenz und geht entsprechende Kooperationen ein.

Als Beispiel sei nur die Zusammenarbeit von Mercedes-Benz und dem Grafikchip-Hersteller Nvidia genannt. Gemeinsam wollen sie in den kommenden Jahren das KI-basierte Fahrzeug auf die Straße bringen. Auch für Werkzeugmaschinenbauer besteht sehr viel Potenzial im Bereich der künstlichen Intelligenz.

Neue ökonomische Strukturen nutzen

Dass sich aus dem Einsatz von Industrie 4.0 heraus neue ökonomische Strukturen entwickeln, zeigte sich fast täglich. Immer mehr Plattformen entstehen, auf denen Hersteller und Dienstleister um ein Produkt herum die Kunden aus einer Hand bedienen. Es heißt daher auch für Werkzeugmaschinenhersteller, die Gunst der Stunde zu nutzen und sich jetzt einzubringen. Denn der Trend hin zur Plattformökonomie ist unverkennbar, wie aktuelle Untersuchungen zeigen.

Es gibt bereits einige Beispiele, wie Virtual Fort Knox, eine Cloud-IT-Plattform für produzierende Unternehmen des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart. Sie fungiert als IT-Backbone für Industrie-4.0-Lösungen und vernetzt produzierende Unternehmen mit Softwareanbietern und Maschinenbauern. Aber auch IT-Unternehmen, Steuerungs- und Maschinenhersteller bieten ihre Lösungen an.

„Wir sehen, wie neue Technologien die Entwicklung in der Werkzeugmaschinenindustrie beeinflussen und sogar vorantreiben“, sagt Generalkommissar Welcker. „Bis September 2019 werden viele konkrete Lösungen am Markt verfügbar sein. Da bin ich mir sicher, denn viele EMO-Aussteller werden dieses internationale Schaufenster nutzen, um sich mit ihrem Angebot zu positionieren und zu profilieren.“

Industrie 4.0 schaffe neue Kundenbedürfnisse, auf die Maschinenbauer reagieren müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Wer sich frühzeitig auf diese neue Form der Ökonomie einlässt, kann den Trend nicht nur für neue Geschäftsideen nutzen, sondern die Entwicklung der Plattformen aktiv mitgestalten. Inspiration und konkrete Beispiele innovativer Lösungen finden Interessierte im September 2019 wieder in Hannover.

VDW

  • Emo, 2017, Doosan

    Doosan zeigte auf der EMO unter anderen die DNM 4000 - insgesamt warteten die Koreaner mit 12 neuen Produkten auf. - Bild: Kopp

  • Auf einem gigantischen Stand zeigten die Koreaner satte 22 Großmaschinen. - Bild: Kopp

    Auf einem gigantischen Stand zeigten die Koreaner satte 22 Großmaschinen. - Bild: Kopp

  • EMO, 2017, Trumpf, Steinmeier

    Hohen Besuch gleich zum Auftakt bekamen die Ditzinger Laserspezialisten von Trumpf: Bundespräsident Fank-Walter Steinmeier besuchte den Messestand zusammen mit dem VDW-Vorsitzenden Heinz-Jürgen Prokop (l.) und VDMA-Präsident Carl-Martin Welcker (2.v.l.). - Bild: Kopp

  • EMO 2017

    Dicht gedrängt stehen die Besucher an den Eingängen zur Weltleitmesse EMO 2017 in Hannover. - Bild: Deutsche Messe

  • EMO,2017,Kern

    Kern zeigte auf der EMO 2017 auch die Kern Micro in Aktion. Ergänzt durch den Erowa Robot Compact 80 wollen die Bayern beweisen, dass sich auch filigrane Produkte mit einer Präzision bis in den Nanobereich vollautomatisiert in Serie produzieren lassen. - Bild: Wilk

  • EMO,2017, Grob

    Der Branchenriese Grob ließ sich auf der EMO 2017 in Sachen Bauteilgröße nicht lumpen: Mit ganzen Motorblöcken zeigte das Unternehmen, was seine Maschinen können. - Bild: Wilk

  • EMO,2017, Alzmetall

    Klein ist anders: Die GS1400, die Alzmetall auf der EMO 2017 zeigte, hat durchaus die Abmessungen eines Wohnraumes. - Bild: Weilzierl

  • EMO, 2017, Steinmeier, Grob

    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schaute auf dem Messestand von Grob vorbei - Chef Christian Grob (l.) ließ es sich nicht nehmen, ihm die Neuerungen zu erklären. - Bild: Kopp

  • EMO,2017, Mazak

    Bei Mazak hieß es auf der EMO 2017 nicht kleckern sondern klotzen: Der Stand der Japaner war einer der größten der Messe. Anders wären die vielen Neuerungen auch wohl nicht unterzubringen gewesen. - Bild: Weinzierl

  • EMO,2017, Mitsubishi

    Auch Mitsubishi Electric zeigte auf der EMO 2017 was bei ihnen in Sachen Werkzeugmaschine und Vernetzung alles möglich ist. - Bild: Weinzierl

  • EMO,2017, Starrag

    Seinen speziell für die Bearbeitung im Bereich Aluminium ausgelegten parallelkinematische Bearbeitungskopf Sprint Z3 zeigte Starrag auf der EMO 2017. Er soll eine optimale 5-Achs-Simultanbearbeitung ermöglichen. - Bild: Weinzierl

  • EMO, 2017, Horkos

    MIt sauberen und trockenen Spänen....

  • EMO, 2017, Horkos

    ...wartete das japanische Familienunternehmen Horkos in Hannover auf. Masao Sugata ist Firmenchef in dritter Generation. - Bild: Kopp

  • EMO, 2017, Walter

    Bei Walter waren die Besucher auch in Sachen Virtual Reality ganz vorne dabei. - Bild: Weinzierl

  • EMO, 2017, Ingersoll

    Mit heißen Rhythmen und einer nicht minder heißen Tanz-Video-Performance zog Ingersoll Cutting Tools Aufmerksamkeit auf sich. - Bild: Weinzierl

  • EMO, 2017, TdeGe

    Clamping XXL gab es bei Te de Ge zu sehen. - Bild: Weinzierl

  • EMO, 2017, Chiron, Retrofit

    So sieht Retrofit bei Chiron aus: Rechts eine FZ12W Magnum von Anno Dunnemals, die durchaus schon bessere Zeiten gesehen hat. Und links die gleiche Maschine, nachdem die Experten des Werkzeugmaschinenbauers das Gerät ins 21. Jahrhundert geholt haben. - Bild: Moser

  • EMO, 2017, Metrom

    Leicht spacig sieht die Fünf-Achs-Bearbeitungsmaschine von Metrom aus. Das mobile und multioptionalen Gerät soll durch seine spezielle Konstruktion weltweit einen einfachen Transport per LKW oder Flugzeug und den schnellen Aufbau am jeweiligen Einsatzort ermöglichen. - Bild: Weinzierl

  • EMO, 2017, Weingärtner

    Weingärtner machte auf der EMO 2017 eine große Welle: Der Maschinenbauer zeigte, was heute in Sachen Metallbearbeitung möglich ist. - Bild: Weinzierl