EnBW will die Reste des insolventen Windparkentwicklers Prokon trotz einer Wertberichtigung

EnBW will die Reste des insolventen Windparkentwicklers Prokon trotz einer Wertberichtigung unverändert für 550 Millionen Euro übernehmen. - Bild: EnBW

Der baden-württembergische Energiekonzern EnBW will die Reste des insolventen Windparkentwicklers Prokon trotz einer Wertberichtigung durch den Insolvenzverwalter unverändert für 550 Millionen Euro übernehmen.

Das teilte EnBW am Freitag mit, nachdem der Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin seine Schätzung über den Wert des Prokon-Vermögens wegen einer bevorstehenden Gesetzesänderung in Finnland leicht gesenkt hatte.

Angesichts der veränderten Förderbedingungen für Erneuerbare Energien in Finnland beziffert Penzlin die geschätzte Wandlungsquote, die für den Fall einer Umwandlung Prokons in eine Genossenschaft zum Tragen kommt, nur noch auf 57,8 Prozent nach zuvor 58,9 Prozent. Die Wandlungsquote gibt an, welchen Anteil ihrer Forderung Prokon-Gläubiger voraussichtlich etwa in Form von Genossenschaftsanteilen zurückerhalten.

Das Konzept für eine Umwandlung Prokons in eine Genossenschaft steht in Konkurrenz zu dem von EnBW abgegebenen Übernahmeangebot. Ob Prokon zur Genossenschaft oder Teil von EnBW wird, sollen die Gläubiger des Unternehmens bei einer Versammlung am 2. Juli entscheiden. EnBW hat für den eigenen Vorschlag etwa in Zeitungsanzeigen geworben. In seiner aktuellen Mitteilung schreibt der Energiekonzern, die Wertberichtigung durch den Insolvenzverwalter verdeutliche, “dass Investoren im Genossenschaftsmodell auch an Risiken der Unternehmensentwicklung beteiligt sind”.

Dow Jones Newswires/Andrea Hecht