STUTTGART (Dow Jones/Stuttgarter Zeitung/ rm). Das sei durchaus denkbar, sagte EnBW-Chef Hans-Peter Villis der “Stuttgarter Zeitung” (StZ – Samstagsausgabe).

“Wenn wir etwa die aktuellen Strompreise an der Leipziger Strombörse von rund 50 EUR pro Megawattstunde nehmen, davon die Erzeugungsvollkosten, geschätzte Kosten für eine Nachrüstung und die Kernbrennstoffsteuer abziehen, kommen wir bei der Anlage Neckarwestheim I auf ein negatives Ergebnis”, sagte Villis.

Entscheidend sei nun die Höhe der Nachrüstkosten und die Entwicklung der Strompreise. Blieben die Preise auf aktuellem Niveau, könne “die Anlage bei einer Laufzeitverlängerung von acht Jahren Kosten von 120 Mio bis 200 Mio EUR im Jahr tragen”, so der EnBW-Chef.

Zusätzliche Gewinne kämen – wenn überhaupt – erst am ganz langen Ende auf den Energieversorger zu. “Ich will überhaupt nicht jammern, aber wir werden jetzt erst einmal belastet”, sagte Villis der Stuttgarter Zeitung. Die EnBW zahle sechs Jahre lang die Kernbrennstoffsteuer. Das seien 440 Mio Euro.

Außerdem leiste der Versorger Vorauszahlungen in den Fonds zum Ausbau der erneuerbaren Energien. In den kommenden zwei Jahren seien das jeweils 65 Mio Euro, danach vier Jahre lang 43 Mio Euro. Ingesamt würden deutlich über 50% der unterstellten möglichen Zusatzerträge abgeschöpft.