Die Gläubiger der insolventen Windkraft-Firma Prokon haben beschlossen, das Unternehmen in eine

Die Gläubiger der insolventen Windkraft-Firma Prokon haben beschlossen, das Unternehmen in eine Genossenschaft zu verwandeln und weiterzuführen. EnBW geht damit leer aus. - Bild: kru

Der Energiekonzern EnBW hat den Übernahmekampf um den insolventen Windparkbetreiber Prokon verloren. Die Anleger stimmten bei der Gläubigerversammlung am Donnerstag mehrheitlich dafür, Prokon als Genossenschaft fortzuführen.

Die Gläubiger bleiben damit unternehmerisch an dem Windparkentwickler beteiligt. Sie erhalten geschätzt 57,8 Prozent ihrer Forderungen zurück – allerdings zum großen Teil in Form von Genossenschaftsanteilen und einer Anleihe.

Windenergiefirma wird Genossenschaft

Anlegerschützer hatten vor den damit verbundenen Risiken gewarnt. Viele Fragen seien noch ungeklärt, sagte etwa Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Unter anderem sei nicht abzusehen, wie sich die Genossenschaft wirtschaftlich entwickle.

EnBW hatte 550 Millionen Euro in bar für Prokon geboten, und in den vergangenen Wochen in Zeitungsanzeigen und bei Informationsveranstaltungen für seinen Vorschlag geworben. Mit dem Kauf wollte der baden-württembergische Versorger sein Geschäft mit den erneuerbaren Energien ausbauen. Hätten sich die Gläubiger für dieses Modell entschieden, wären voraussichtlich 52,2 Prozent ihres angelegten Geldes an sie zurückgeflossen – knapp zwei Drittel davon sofort in bar.

Prokon betreibt derzeit 54 Windparks in Deutschland und Polen mit einer installierten Leistung von rund 530 Megawatt. Weitere Projekte mit einer Gesamtkapazität von 4.200 Megawatt sind in Planung.

Der Windparkbetreiber hatte an rund 75.000 Anleger Genussrechte ausgegeben und damit etwa 1,4 Milliarden Euro eingesammelt. Das Unternehmen geriet in Finanznot, als viele der Geldgeber ihre Anlagen zurückforderten. Im Januar 2014 meldete Prokon Insolvenz an.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke