BMW China

Der industrielle Ausstoß Chinas legte im November auf Jahressicht um 6,2 Prozent zu. - Bild: BMW

Zuletzt hatte Chinas Industrieproduktion enttäuscht und sich immer weiter abgeschwächt. Nun aber legte der industrielle Ausstoß im Reich der Mitte im November auf Jahressicht um 6,2 Prozent zu, wie die nationale Statistikbehörde am Wochenende mitteilte. Dieser Wert liegt deutlich über den Konsensschätzungen der Volkswirte von 5,7 Prozent und auch über der Steigerung um 5,6 Prozent im Vormonat.

Die Stimulierungsmaßnahmen der Regierung scheinen damit langsam zu greifen. Denn auch auf Monatssicht verzeichnet die Industrieproduktion einen Zuwachs um 0,58 Prozent für November gegenüber Oktober. Im Vormonat waren die industriellen Aktivitäten noch um 0,1 Prozent im Vergleich zum September geschrumpft.

Im Einzelhandel wurde die zuletzt beobachtete positive Tendenz fortgeführt. Im November kletterte der Branchenumsatz auf Jahressicht um 11,2 Prozent, nachdem der Zuwachs im Oktober bei 11,0 Prozent gelegen hatte. Auch hier übertraf der aktuelle Wert die Schätzungen der Volkswirte, die nur ein Wachstum um 11,1 Prozent vorausgesagt hatten. Auf Monatssicht legten die Einzelhandelserlöse um 0,86 Prozent zu und damit geringfügig mehr als im Oktober mit 0,83 Prozent.

Wachstumsziel wieder in Reichweite

Die beiden wichtigen Datenreihen stützen die Hoffnung, dass die chinesische Regierung ihr BIP-Wachstumsziel von rund 7 Prozent doch noch erreicht. Zuletzt waren die zweifelnden Stimmen über das Erreichen dieser Zielmarke immer lauter geworden.

"Das sind wirklich gute Nachrichten, die zeigen, dass die Stimuli funktionieren. Zwar kann man nicht von einer dramatischen Trendwende sprechen, aber es ist positiv, dass der Abwärtstrend gestoppt ist", kommentiert Volkswirt Shen Jianguang von Mizuho Securities Asia die Daten.

Darüber hinaus sind die Anlageinvestitionen in den urbanen Zentren Chinas zwischen Januar und November wie erwartet um 10,2 Prozent gestiegen. Und die direkten Auslandsinvestitionen haben im November auf Jahressicht um 1,9 Prozent und damit deutlicher als vorausgesagt zugelegt. Auch gegenüber Oktober war die ausländische Investitionstätigkeit gestiegen.

China ist der weltweit größte Produzent von Gütern. Rund ein Viertel der weltweiten Produktion stammt von hier. Ein Wert, auf den früher die USA kamen, die im Zuge des chinesischen Aufschwungs jedoch Anteile abgeben mussten. Noch deutlicher ist dies bei Japan der Fall. Kamen 2000 noch rund 17,7 Prozent der weltweiten Produktion von hier, waren es 2013 nur noch 7,8 Prozent. Deutschlands Anteil lag im gleichen Jahr bei 6,3 Prozent. 1990 waren es noch 9,5 Prozent.