Frank Fehlmann führt die traditionsreiche Fehlmann AG.

Frank Fehlmann führt die traditionsreiche Fehlmann AG.

von Sebastian Moser

Herr Fehlmann, wodurch zeichnen sich Ihre Maschinen aus?

Als familiengeführtes Unternehmen setzen wir seit acht Jahrzehnten konsequent und erfolgreich auf die klassischen Schweizer Tugenden. Von der relativ einfachen manuellen Fräs- oder Bohrmaschine über CNC-Fräsmaschinen bis hin zu Hochleistungs 5-Achs Bearbeitungszentren: Alle Maschinen aus dem Hause Fehlmann sind sehr präzise, universell einsetzbar und ergonomisch. Besonders stark sind wir mit unseren Lösungen, wenn es um die Bearbeitung von komplexen Präzisionsteilen in relativ kleinen Stückzahlen geht. Deshalb profitieren wir besonders vom Boom in der Medizin-, Laser- und Halbleiterbranche, wo gerade solche Bauteile häufig vorkommen. Dazu kommt, dass auch dabei die Werkstück-Automatisierung der Fertigung immer wichtiger wird. Darin haben wir bereits 20 Jahre Erfahrung und können bestens ausgereifte Lösungen anbieten.

Warum ist Automatisierung wichtig?

Bei kleinen Losgrößen ist das häufige Einrichten des Bauteils durch einen qualifizierten Mitarbeiter sehr zeitaufwändig und damit teuer. Es ist also erheblich günstiger und effektiver, deren Know-how tagsüber zu nutzen und dann während der Nacht die Bauteile automatisch fertigen zu lassen. Dies besonders vor dem Hintergrund, dass es weltweit immer schwieriger wird, qualifiziertes Personal zu finden. Wir haben dabei festgestellt, dass insbesondere kleine Unternehmen von der Automatisierung profitieren. Sie können ihre Kapazitäten ohne neues Personal erheblich ausweiten. Hier schlummert häufig noch ein hohes Potenzial.

Vor welchen Herausforderungen steht Ihr Unternehmen derzeit?

Abgesehen von den Unwägbarkeiten der Finanzmärkte insbesondere an den Währungsfronten beobachten wir die Situation bei unseren Zulieferern mit gewisser Sorge. Bis jetzt und auch in naher Zukunft hat dies bei uns allerdings noch zu keinen Engpässen geführt. Dies, weil wir traditionell eine sehr hohe Eigenfertigungstiefe und damit verbunden eine großzügige Lagerhaltung haben. Wir sind also vergleichsweise unabhängig und profitieren jetzt davon. Dies gilt auch für die schnelle Verfügbarkeit von Ersatzteilen. Auch die zweite Herausforderung können wir mit dieser Philosophie einigermaßen abfedern: Die stark ansteigenden Rohstoffpreise. Etwas schwieriger ist für uns indes der starke Schweizer Franken. Aber mit diesem Phänomen kämpfen wir seit Jahren. Wir haben aus dieser Not eine Tugend gemacht, indem wir unsere Prozesse ständig weiter optimieren. Mit anderen Worten: Der starke Franken zwingt uns ständig zu höchster Disziplin, um die Kosten weiterhin im Griff zu haben. Das hält uns fit.

Bindet eine hohe Eigenfertigungstiefe und eine großzügige Lagerhaltung nicht zu viel Kapital?

Wir haben wegen der bereits erwähnten größeren Unabhängigkeit immer davon profitiert. Wir konnten Innovationen sehr schnell selbst realisieren und haben das Know-how im Haus gehalten. Das ist für mich insbesondere im Werkzeugmaschinenbau langfristig ein wettbewerbsentscheidendes Kriterium. Wer nur außer Haus entwickeln und produzieren lässt, verliert auf Dauer seine Kompetenz und gefährdet die Produktequalität. Entwicklung und Produktion gehören für mich unter ein Dach.

Bis auf Amerika ist Ihr Unternehmen weltweit vertreten. In welchen Märkten ist die Dynamik derzeit am größten?

Im Moment ist in allen Märkten und Branchen weltweit Bewegung. Zwar erkennen wir in einzelnen Gebieten allmählich abflachende Wachstumszahlen. Insgesamt glaube ich jedoch an einen nachhaltigen Aufschwung.

Auch von der Industrie werden zunehmend umweltfreundliche Fertigungsprozesse und Technologien gefordert. Wie stehen Sie zu diesem Thema?

Wir bekennen uns seit vielen Jahren zu unserer Verantwortung für die Umwelt. Längst sind beispielsweise Standby-Schaltungen in unseren CNC-Maschinen selbstverständlich. Dabei werden energieverbrauchende Aggregate abgeschaltet, wenn sie nicht benötigt werden. Zudem setzen wir in unseren Maschinen sehr energieeffiziente und rückspeisefähige Antriebe ein. Weiter verfolgen wir beispielsweise bei unserer VERSA Maschine das Konzept der vollständigen Isolation der Maschinenstruktur um den Wärmehaushalt innerhalb der Maschine von vornhinein zu stabilisieren und so unnötige und teure Warmlaufphasen auf ein Minimum zu reduzieren. Aber auch in unserer eigenen Fertigung achten wir streng auf Umweltfreundlichkeit und die Einhaltung der vergleichsweise strengen gesetzlichen Vorgaben in der Schweiz.