Michael Sen

Der Abschwung der Branche ist für den deutschen Marktführer Eon und seinen Finanzvorstand Michael Sen ein "Realitätscheck" für die Investitionsstrategie und die Dividendenpolitik des Versorgers in den kommenden Jahren. - Bild: Eon

Eon-Finanzvorstand Michael Sen stellt zwar nicht die für 2015 angekündigte Ausschüttung von 50 Cent je Aktie in Frage. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg sagte er jedoch, das sei nur ein kurzer Blick in den Rückspiegel. Der Abschwung sei beträchtlich, und das könne nicht ohne Konsequenzen bleiben.

Der Großhandels-Strompreis liege inzwischen auf einem Allzeit-Tief, und die Ölpreise seien deutlich gefallen. Eine offene Frage stelle auch die Finanzierung des Atomausstiegs mit dem Abbau der Kraftwerke dar. Aus all dem müsse Eon Schlüsse ziehen und prüfen, welche Konsequenzen dies für die interne Finanzkraft, das Investitionsbudget und die Dividendenpolitik habe. Wenn man in die Zukunft schaue, seien Realitätschecks ein Muss, heutzutage noch mehr als jemals, sagte der Manager.

Eon hatte im dritten Quartal Rekordverluste geschrieben. Diese Woche hatte der unter den gleichen Problemen leidende Stromversorger RWE die Dividende für das vergangene Jahr deutlich reduziert, Stammaktionäre erhalten gar keine Ausschüttung. Dies hatte an der Börse für Turbulenzen gesorgt und bei einigen Anteilseignern, den Kommunen, Proteste hervorgerufen.