Der seit Juni amtierende Chef Per Utnegaard bekräftigte in der Telefonkonferenz noch einmal die

Der seit Juni amtierende Chef Per Utnegaard bekräftigte in der Telefonkonferenz noch einmal die Entscheidung für den Verkauf der Energiesparte. - Bild: Bilfinger

Der Dienstleistungskonzern Bilfinger hat Finanzvorstand Axel Salzmann zufolge schon einen Kaufinteressenten für seine angeschlagene Energiesparte. Man gehe nicht davon aus, den Bereich nur mit Verlust verkaufen zu können.

“Wir gehen derzeit davon aus, bei einem Verkauf nichts drauflegen zu müssen”, sagte Salzmann in einer Telefonkonferenz. Wie hoch der Buchwert des Geschäftsfeldes nach den Abschreibungen sein wird, wollte er nicht verraten.

Erste Interessenten für Power hätten sich schon gezeigt, so Salzmann, der derzeit nicht von weiteren Optionen wie etwa einem Spin-off oder einem Börsengang ausgeht. Der Verkauf soll innerhalb eines Jahres abgeschlossen sein.

Der seit Juni amtierende Chef Per Utnegaard bekräftigte in der Telefonkonferenz noch einmal die Entscheidung für den Verkauf. “60 Prozent der Leistung von Power kommen aus dem Projektgeschäft”, sagte er. Bei Industrial seien es lediglich 35 Prozent, beim Immobilienbereich nur 30 Prozent.

Bilfinger ist im Energiegeschäft vor allem im Bereich der Kohlekraftwerke engagiert. Wolle man dort wachsen, müsse man in Ländern wie China, Osteuropa, Russland oder Südamerika vertreten sein. Dies passe jedoch nicht ins Risikoprofil von Bilfinger. “Wir sind daher nicht mehr der beste Eigentümer für Power.”

Bilfinger wolle den Anteil kontinuierlicher Geschäftsaktivitäten mit geringen Risiken steigern, erklärte Utnegaard. Die verbliebenen Geschäftsbereiche Industrial und Immobilien würden zudem einer strategischen Überprüfung unterzogen, deren Ergebnisse im Herbst vorliegen sollen. “Bis dahin werden wir entscheiden, welches Kerngeschäft wir haben, und warum”, so Utnegaard.

Anleger reagierten am Donnerstag mit Verkäufen auf die Nachricht. Die Aktie von Bilfinger brach um gut 17 Prozent ein und fiel auf den tiefsten Stand seit sechs Jahren.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke