Airbus A320neo

Lufthansa soll noch in diesem Jahr den ersten A320neo erhalten. Foto: Airbus

Hinter dem anhaltenden Preisverfall stecken weiter steigende Förderquoten, die zu weltweit immer größeren Angebotsüberschüssen führen und die Sorgen um einen weiteren Preisverfall weiter schüren. Am Londoner Terminmarkt fällt der Preis für Brent mit Lieferung im Februar um 1,4 Prozent auf 36,35 Dollar je Fass. Im Tagestief war der Preis bis auf 36,05 Dollar gesunken.

Der Preis für den Terminkontrakt US-Leichtöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) mit Lieferung im Januar verliert an seinem letzten Handelstag, bevor der Februarkontrakt Markt führend wird, 1,1 Prozent auf 34,35 Dollar. Damit handelt das Barrel WTI praktisch auf Tagestief. Der ab Dienstag Markt führende Februarkontrakt ermäßigt sich um ebenfalls um 1,1 Prozent auf 35,68 Dollar. Die Prognosen für Ölproduzenten bleiben düster. Massive Angebotsüberschüsse und ein starker Dollar belasten den Markt weiterhin schwer.

Wie tief die Ölpreise noch genau fallen werden, ist unter Analysten umstritten. So insistiert die US-Investmentbank Goldman Sachs darauf, dass ein Ölpreis von 20 Dollar im kommenden Jahr möglich sei. Andere glauben, dass ein weiterer Rückgang des Brent-Ölpreises um 1,50 Dollar je Barrel verstärkt Händler und Fondsmanager anlocken dürfte und es daraufhin zu einer Art Mini-Rally kommen könne.

"Der Markt ist derzeit ziemlich schwach, ein weiterer Preisverfall für Brent auf 35 Dollar pro Fass ist kurzfristig sehr wahrscheinlich. Doch bald dürfte die Schnäppchenjagd von Hedgefondsverwaltern den Preisen wieder einen Schub verpassen", sagt Rohstoffanalyst Daniel Ang von Phillip Futures.

Das weltweite Problem mit der Überversorgung ist inzwischen so akut geworden, dass Analysten der britischen Bank Barclays es sogar für möglich halten, dass der tägliche Überschussumfang die vorhandenen Lagerkapazitäten übersteigen könne. "Der Ölmarkt dürfte auch im Laufe des Jahres 2016 Überschüsse produzieren, der Aufbau von Lagerbeständen dürfte sich dagegen etwas verlangsamen. Bisher gibt es auch noch genug Möglichkeiten, die Bestände auf dem Festland zu lagern", heißt es in einer Mittelung der Bank.

Der US-Schieferölmarkt verwirrt seine Beobachter immer mehr. Jüngste Daten deuten darauf hin, dass die Anzahl an aktiven Förderanlagen in der vergangenen Woche wieder um 17 gestiegen ist. Dies suggeriert, dass der für Anfang 2016 vorausgesagte Produktionseinbruch nicht eintreten wird und der Produktionsrückgang viel langsamer und zeitintensiver vonstatten gehen dürfte als erwartet. Derzeit wird am Markt erwartet, dass die US-Ölproduktion bis Mitte 2016 von dem aktuellen Stand bei 9,1 Millionen Faß pro Tag auf 8,6 Millionen Fass pro Tag schrumpfen wird.

Der A320neo soll besonders sparsam mit dem Treibstoff umgehen. Das erste Modell soll noch in diesem Jahr ausgeliefert werden, doch noch ist unklar, ob das klappt.

Die Deutsche Lufthansa AG weiß noch nicht, ob sie ihre georderten Maschinen pünktlich erhält. Lufthansa teilte mit, das Auslieferungsdatum in den kommenden Tagen zu erhalten. Die deutsche Gesellschaft ist die erste, die das Flugzeug erhalten soll. Bei Airbus hieß es, mit aller Kraft daran zu arbeiten, das Flugzeug wie versprochen bis Ende des Jahres auszuliefern.

Die indische Billigfluglinie Indigo teilte dagegen bereits mit, von Airbus darüber unterrichtet worden zu sein, dass die erste A320neo nicht wie geplant am 30. Dezember übergeben werden kann.

Die A320neo soll 15 Prozent weniger Kerosin verbrauchen als ihr Vorgängermodell. Dazu trägt besonders eine neue Turbine bei, die weniger schluckt.

Airbus hat bislang angekündigt, die ersten Maschinen des neuen Modells noch 2015 auszuliefern. Warum dies nun nicht wie geplant gelingt, wollte der Flugzeugbauer nicht offenlegen. Das Unternehmen führe Gespräche mit seinen ersten Kunden für die A320neo über die Auslieferung, teilte Airbus nur mit. Wichtig sei, dass Airbus ein betriebsbereites Flugzeug an seine Kunden übergebe.

Die für die Zulassung zuständigen Behörden in Europa und den USA hatten dem Flugzeug im November die Typenzulassung erteilt. Diese gilt für Maschinen mit Turbinen des Typs PW1100G von Pratt & Whitney, einer Tochter des US-Mischkonzerns United Technologies. Damit ist von Seiten der Behörden der Weg für eine Auslieferung an die Kunden frei.

Airbus hat Bestellungen für mehr als 4.400 A320neo. Damit liegen die Europäer im Wettbewerb mit Boeing vorne, denn der US-Konzern will sein Konkurrenzmodell 737 Max erst ab 2017 ausliefern.

Airbus arbeitet noch mit einem Joint Venture von General Electric und Safran an einer zweiten Turbine, die Kunden als Alternative angeboten werden soll. Maschinen mit dieser Turbine sollen ab dem kommenden Jahr ausgeliefert werden.

Indigo ist der bei weitem größte Airbus-Kunde für die A320neo. Die Inder haben 430 Maschinen dieses Typs bestellt. Lufthansa hat 101 dieser Flugzeuge geordert.