Kommissionssprecher Ricardo Cardoso sagte, dass Google die Verlängerung der Frist angefragt habe.

Kommissionssprecher Ricardo Cardoso sagte, dass Google die Verlängerung der Frist angefragt habe. Unklar ist bisher, warum Google darum gebeten habe. - Bild: Google Screenshot/hecht

Der US-Internetkonzern Google hat im Wettbewerbsverfahren der Europäischen Kommission mehr Zeit erhalten, um auf die Vorwürfe aus Brüssel zu reagieren.

Die neue Frist ende nun am 31. August, teilten ein Sprecher von Google und die Kommission mit. Die bisherige Frist wäre am 17. August abgelaufen. Die Kommission wirft Google mutmaßlichen Missbrauch seiner Marktmacht vor.

Im April hatte die Behörde dem Suchmaschinenriesen ihre Beschwerdepunkte zu seinem Preisvergleichsdienst übermittelt. Brüssel wirft Google vor, seinen eigenen Dienst auf seinen allgemeinen Suchergebnisseiten systematisch zu bevorzugen und damit gegen die EU-Kartellvorschriften zu verstoßen.

Kommissionssprecher Ricardo Cardoso sagte, dass Google die Verlängerung der Frist angefragt habe. Unklar ist bisher, warum Google darum gebeten habe.

Der ehemalige EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia war drei Mal mit dem Versuch gescheitert, einen Vergleich mit Google zu erzielen, zuletzt 2014. Im Gegensatz zu seiner Nachfolgerin Margrethe Vestager hielt er einen Vergleich in dem schnelllebigen Internetumfeld für die geeignetere Maßnahme. Vestager hatte indes mehrfach angedeutet, dass sie die Rechtssicherheit formaler Klagen in Kartellrechtsverfahren ausgehandelten Vergleichen vorzieht.

Google hat Vorwürfe des unfairen Wettbewerbs in der Vergangenheit zurückgewiesen.

Dow Jones Newswires/Andrea Hecht