Elzbieta Bienkowska

"Volkswagen sollte europäischen Fahrzeugbesitzern freiwillig eine Kompensation zahlen, die vergleichbar mit der ist, die den US-Konsumenten gezahlt wird", fordert EU-Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska. - Bild: Euractiv.com

EU-Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska sagte der "Welt am Sonntag", sie erwarte, dass VW betroffene Autobesitzer in der EU ebenfalls entschädige. "Volkswagen sollte europäischen Fahrzeugbesitzern freiwillig eine Kompensation zahlen, die vergleichbar mit der ist, die den US-Konsumenten gezahlt wird", fordert die Kommissarin.

Volkswagen muss am Dienstag eine außergerichtliche Einigung mit den Kunden bei einem Gericht in San Francisco einreichen. Unbestätigten Berichten zufolge ist der Konzern bereit, 10 Milliarden Dollar zu zahlen. Entsprechende Entschädigungen in Europa lehne Volkswagen hingegen ab, so die Zeitung.

EU-Kommissarin Bienkowska zeigt kein Verständnis für die Argumentation, dass die Rechtslage den USA anders sei als in Europa. "Es ist unfair, wenn sich Volkswagen hinter diesen rechtlichen Erwägungen versteckt", sagt sie. "Es ist nicht meine Rolle, Volkswagen Ratschläge zu erteilen, aber die Konsumenten in Europa anders zu behandeln als die US-Konsumenten ist kein Weg, das Vertrauen wiederzuerlangen."

Milliarden-Rücklagen für Absgasaffäre

Volkswagen hat in der Bilanz für 2015 gut 16 Milliarden Dollar für die Folgekosten der Abgas-Manipulationen zurückgelegt - dabei geht es aber nicht nur um die Probleme in den USA, weltweit sind elf Millionen Wagen betroffen. Auch weitere Strafen und Bußgelder von US-Behörden sind nicht auszuschließen.