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Volkswagen bekommt nun auch von der Eu-Kommission Druck wegen der VW-Abgasaffäre. - Bild: Pixabay

Damit bekomme Dieselgate eine neue Dimension: Dem Unternehmen drohten nun wie bereits in den USA auch in der Europäischen Union (EU) Strafen in Milliardenhöhe und eine Welle von Forderungen nach Schadenersatz.

Die zuständige EU-Kommissarin für Justiz und Verbraucherschutz, Vera Jourova, sagte der Welt, ihre Behörde habe in einem ersten Schritt alle nationalen Verbraucherschützer um Informationen zu dem Fall gebeten. "Wir haben jetzt Rückmeldungen aus allen Mitgliedsstaaten und analysieren sie derzeit im Detail. Eines zeichnet sich aber bereits jetzt ab: Volkswagen hat in den meisten Mitgliedsstaaten klar gegen europäische Verbraucherschutzgesetze verstoßen. Ich halte es deshalb für notwendig, dass wir auf europäischer Ebene koordinierend eingreifen."

Volkswagen hatte vor einem Jahr erstmals öffentlich die Manipulation von Abgaswerten bei weltweit elf Millionen Dieselautos eingestehen müssen. Die Kommission beharrt daher seit Monaten darauf, dass durch Dieselgate geschädigte VW-Kunden nicht nur in den USA, sondern auch in Europa entschädigt werden sollen. EU-Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska hatte VW seit Anfang dieses Jahres aufgefordert, auf freiwilliger Basis betroffene Kunden zu entschädigen. Volkswagen hatte dies stets abgelehnt, so die Welt.

"Ich setze mich dafür ein, dass Verbraucher in Europa fair behandelt werden", sagte Jourova der Welt. Nach Ansicht der EU-Kommission hat VW im sogenannten Abgasskandal gegen zwei europäische Gesetze verstoßen: gegen die Richtlinie zum Verbrauchsgüterkauf und zu Garantien für Verbrauchsgüter und zweitens gegen die Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken.

Ein VW-Sprecher wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.