Bayer Monsanto

Die Europäische Kommission hat am Mittwoch eine strenge Überprüfung der geplanten 62 Milliarden Dollar schweren Übernahme von Monsanto durch Bayer und ähnlichen Fusionen von Konkurrenten signalisiert. - Bild: Bayer

Das Statement kommt zu einem ungewöhnlich frühen Zeitpunkt, denn der geplante Deal von Bayer ist noch längst nicht in trockenen Tüchern. Bei der angestrebten Übernahme von Monsanto durch Bayer werde die EU-Kommission strikt und unparteiisch die europäischen Fusionskontrollvorschriften anwenden, erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager in einem Brief an zwei Mitglieder der Grünen-Fraktion im EU-Parlament.

Marktmacht-Konzentration

Nach der Ankündigung des Vorhabens durch Bayer hatten die Grünen die Europäische Kommission und die Bundesregierung aufgefordert, die Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto durch den deutschen Pharmakonzern Bayer zu verhindern. "Eine Marktmacht-Konzentration solchen Ausmaßes ist eine existenzielle Bedrohung der bereits eingeschränkten Wettbewerbsstrukturen im europäischen Agrarmarkt", hatte es in einem Brief der Grünen EU-Parlamentsmitglieder Martin Häusling und Sven Giegold an die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager, Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und den Präsidenten des Bundeskartellamts, Andreas Mundt geheißen.

Nach Aussage der Grünen werden derzeit 95 Prozent des europäischen Gemüsesaatgutsektors von fünf Großunternehmen gesteuert. Durch den Kauf von Monsanto durch Bayer wären es nur noch vier. Die Folgen wären nach Ansicht der Grünen eine eingeschränkte Saatgut- und Sortenvielfalt, steigende Abhängigkeit von wenigen Anbietern sowie steigende Preise.

Die EU-Kommision werde diese Bedenken ernst nehmen und bei ihren Untersuchungen berücksichtigen, auch vor dem Hintergrund er geplanten Zusammenschlüsse anderer Wettbewerber wie Dow Chemical und DuPont sowie Syngenta und Chemchina, erklärte Vestager.

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