China

Der Pessimismus bei europäischen Unternehmen in China habe „einen neuen Höchstwert“ erreicht, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichen Umfrage der Europäischen Handelskammer in Peking.- Bild: BMW

Mehr als die Hälfte der europäischen Firmen geben an, dass es von Jahr zu Jahr schwieriger wird, Geschäfte in China zu machen, immerhin 15 Prozent blicken negativ auf ihre künftigen Wachstumschancen in der zweitgrößten Volkswirtschaft. Das ist das Ergebnis der Umfrage "Business Confidence Survey" der Europäischen Handelskammer in Peking.

"Die Enttäuschung nimmt zu", sagte Kammer-Präsident Jörg Wuttke anlässlich der Präsentation der Studie. Die wirtschaftliche Abkühlung aber auch weiterhin eingeschränkte Marktzugänge seien demnach die gravierendsten Probleme für europäische Unternehmen in China. Mehr als jedes zweite Unternehmen aus Europa fühlt sich demnach im Vergleich zu chinesischen Wettbewerbern benachteiligt.

58 Prozent der befragten Unternehmen gaben zudem an, dass die strengen Internetsperren in China ihre Geschäfte belasteten. Die Zensur verlangsamt das Internet, schon die E-Mail-Kommunikation mit den Kollegen in Europa kann sehr viel Zeit in Anspruch nehmen.

Die chinesische Wirtschaft war mit 6,7 Prozent zuletzt so langsam wie seit 25 Jahren nicht mehr. Aber das ist offenbar nicht die einzige Sorge: Auf der Stimmung lastet laut der Umfrageauch, dass notwendige Reformen und der Umbau der chinesischen Wirtschaft zu langsam vorangingen.

Statt wie versprochen die Märkte weiter zu öffnen, sieht es „in der Realität oft so aus, dass Peking sich in die entgegengesetzte Richtung bewegt“, schreibt die Europäische Kammer in ihrer Analyse. So fürchten die befragten Firmen, „dass die schlimmste Phase der wirtschaftliche Abschwächung erst noch folgen wird“. Die gewaltigen Überkapazitäten der Wirtschaft seien laut Wuttke noch immer das sichtbarste Problem in China. Praktisch alle wichtigen Industriezweige des Landes leiden darunter, dass sie mehr Fabriken betreiben und Mitarbeiter beschäftigen als notwendig wären.

Daneben klagen die befragten Unternehmen über ein unberechenbares rechtliches Umfeld und eine beliebige Auslegung von Vorschriften.

An der Umfrage der Europäischen Handelskammer haben eigenen Angaben zufolge 506 europäische Unternehmen teilgenommen. Die Befragung erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen Roland Berger.