Jungheinrich hat das Geschäftsjahr 2017 erfolgreich mit Wachstum abgeschlossen.

Jungheinrich hat das Geschäftsjahr 2017 erfolgreich mit Wachstum abgeschlossen. - Bild: Jungheinrich

Überblick: Jungheinrich 2017

  • Umsatz: +11 Prozent, Auftragseingang Wert: +11 Prozent und Stück: +13 Prozent
  • Ergebnis nach Steuern: +18 Prozent
  • Dividende: +14 Prozent
  • Starke Nachfrage im Kernmarkt Europa und Logistiksystemgeschäft
  • Umsatzprognose 2018: 3,6 - 3,7 Milliarden Euro

„Jungheinrich hat wieder geliefert und seine Prognose erfüllt", sagte Hans-Georg Frey, Vorsitzender des Vorstandes der Jungheinrich AG. "Gemeinsam mit unseren 16.000 Mitarbeitern setzen wir das starke Wachstum mit neuen Höchstwerten fort. Damit wurden erneut wichtige Meilensteine auf dem Weg zu unserem Ziel von 4 Milliarden Euro Jahresumsatz für das Jahr 2020 genommen."

Die strategische Aufstellung insbesondere bei den Megatrends Elektromobilität sowie Automatisierung, Digitalisierung und Vernetzung verschaffen laur Frey dem Unternehmen einen großen Vorteil. "Dank unserer brancheneinmaligen Energie-Expertise konnten wir 2017 den größten Fahrzeugauftrag der Firmengeschichte gewinnen – über 1.000 Fahrzeuge, alle ausgestattet mit Lithium-Ionen-Technologie. Mehr und mehr Kunden vertrauen uns bei der Automatisierung ihrer Lager zur Bewältigung ihrer intralogistischen Herausforderungen des E-Commerce." Damit positioniere sich Jungheinrich erfolgreich als innovativer Anbieter für maßgeschneiderte Lösungen im Lager.

Jungheinrich ist heute ein anderes Unternehmen als noch vor fünf Jahren", so Frey. Seit 2013 konnte das Unternehmen laut der Mitteilung den Umsatz um 50 Prozent steigern und das nahezu organisch. Man sei nun in 39 Ländern mit eigenem Direktvertrieb vertreten, so Frey. "Diesen Weg setzen wir fort."

Auf Basis einer erwarteten positiven Marktentwicklung 2018 rechnet Jungheinrich für das laufende Geschäftsjahr mit einem Auftragseingang zwischen 3,75 und 3,85 Milliarden Euro sowie einem Umsatz zwischen 3,6 und 3,7 Milliarden. Das EBIT sollte nach Unternehmenseinschätzung zwischen 270 Millionen und 280 Millionen liegen.“

Video: Jungheinrich Lagernavigation

Markt

Der Weltmarkt für Flurförderzeuge wies 2017 mit 18 Prozent beziehungsweise 213 Tausend Flurförderzeugen ein sehr starkes Wachstum gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf. Die Hälfte davon war auf die extrem starke Nachfrage im chinesischen Markt zurückzuführen, die um 39 Prozent kletterte. Hier waren insbesondere die stark gestiegenen Bestellungen für verbrennungsmotorische Gegengewichtsstapler von Bedeutung.

Ohne Berücksichtigung von China wuchs der Weltmarkt um 12 Prozent. Auch der gute Anstieg des Marktvolumens in Nordamerika um 11 Prozent war zu etwas mehr als 50 Prozent auf die höhere Nachfrage nach Staplern mit verbrennungsmotorischem Antrieb zurückzuführen. In Europa, dem Kernmarkt für Jungheinrich, legte die Nachfrage um 12 Prozent zu, mit einem Plus von 10 Prozent in Westeuropa und 20 Prozent in Osteuropa.

Auftragseingang und Auftragsbestand

Der stückzahlbezogene Auftragseingang im Neugeschäft, der die Bestellungen für Neufahrzeuge einschließlich der für Mietgeräte enthält, lag mit 123 Tausend Fahrzeugen um 13 Prozent über dem Vorjahreswert (109 Tausend Fahrzeuge). Ausschlaggebend hierfür war die stark gestiegene Nachfrage, insbesondere in Europa. Der wertmäßige Auftragseingang, der die Geschäftsfelder Neugeschäft, Miete und Gebrauchtgeräte sowie Kundendienst umfasst, übertraf mit 3.560 Millionen Euro den Vorjahreswert (3.220 Millionen Euro) um 11 Prozent beziehungsweise 340 Millionen Euro.

Rund ein Viertel davon war auf die höhere Nachfrage nach Logistiksystemlösungen zurückzuführen. Der Auftragsbestand des Neugeschäftes zum 31. Dezember 2017 belief sich auf 692 Millionen Euro (Vorjahr: 610 Millionen Euro). Die Auftragsreichweite lag damit bei vier Monaten.

Produktion 

Das Produktionsvolumen folgt zeitversetzt der Entwicklung des Auftragseinganges. Im Berichtszeitraum übertrafen die Produktionsstückzahlen mit 120 Tausend Fahrzeugen den Vorjahreswert von 106 Tausend Fahrzeugen um 13 Prozent. Der Anstieg des Produktionsvolumens ist vorrangig auf die Steigerung der Stückzahlen bei den lagertechnischen Geräten zurückzuführen. Sie sind mit einem Anteil von 80 Prozent am Gesamtproduktionsvolumen das größte Produktsegment des Unternehmens.

Umsatz

Der Konzernumsatz erreichte 3.435 Millionen Euro und stieg damit um 11 Prozent beziehungsweise 350 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr (3.085 Millionen Euro) an. Auf Europa entfielen 88 Prozent (Vorjahr: 87 Prozent) der Umsatzerlöse. Dort wurden die Zuwächse von Steigerungen in Deutschland, Frankreich, Russland und Italien getragen. Die Auslandsumsätze legten um 11 Prozent auf 2.584 Millionen Euro (Vorjahr: 2.332 Millionen Euro) zu, entsprechend lag die Auslandsquote bei 75 Prozent (Vorjahr: 76 Prozent).

Die Umsatzerlöse außerhalb Europas erreichten 415 Millionen Euro (Vorjahr: 403 Millionen Euro). Das entspricht einem Anteil am Konzernumsatz von 12 Prozent (Vorjahr: 13 Prozent). 

  • Jungheinrich 1953

    Am 7. August 1953 wird die H. Jungheinrich & Co. Maschinenfabrik von Friedrich Jungheinrich gegründet. Schon der Großvater des in Südafrika geborenen Gründers hatte eine Maschinenfabrik in Thüringen. Als erstes Produkt stellt der Vorläufer der Jungheinrich AG den Elektro-Vierrad-Stapler „Ameise 55“ her. In Mülheim an der Ruhr nimmt die erste Inlands-Niederlassung ihren Betrieb auf. Durch den wiederaufkommenden Welthandel wurden Versand und Lagerung wichtiger, besonders in Häfen wurden Waren auf Paletten verschickt, den Transport übernahmen Gabelstapler, wie sie auch von Jungheinrich ab den 50er Jahren entwickelt werden. - Bild: Jungheinrich AG

  • Jungheinrich 1954

    Ein Jahr später beginnt der Aufbau eines deutschen Niederlassungs- und Servicenetzes. Das Bild zeigt Monteure in Mülheim an der Ruhr mit fahrenden Werkstätten. Die neuen elektrobetriebenen Modellreihen der Marke „Ameise“ sowie die ersten Hubwagen und Schlepper mit Fahrerstand kommen auf den Markt. Durch vermehrten Einsatz der modernen Lagerung mussten die Service-Techniker viel Instandhaltung betreiben. - Bild: Jungheinrich AG

  • Jungheinrich 1956

    Die erste Auslandsvertriebsgesellschaft entsteht 1956 in Österreich. Für das junge Unternehmen wird das Exportgeschäft wichtiger, nach und nach folgen die ersten Auslandsgesellschaften in Italien und Schweden. - Bild: Jungheinrich AG

  • Jungheinrich 1974

    Friedrich Jungheinrich starb bereits 1968 noch vor der Markteinführung eines Hochregalstaplers, dessen Entwicklung er selbst noch geleitet hatte. Für den 1958 eröffneten Hauptsitz mit Werk in Hamburg Wandsbek hatte er bis Ende der Sechziger einen Betrag von 10 Millionen Mark aufgebracht. Ein Jahr nach seinem Tod beschäftigte das Unternehmen über 1.200 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Umsatz von 75 Millionen Mark. 1974 steigt Jungheinrich zusätzlich in das Miet- und Gebrauchtfahrzeuggeschäft ein. Hierbei stechen die besonderen Preise eines gebrauchten Staplers hervor. Auch für kurzfristige Anwendungen interessant. - Bild: Kira Nerys, Wikipedia

  • Jungheinrich 1983

    In den 1980ern beschäftigt das Unternehmen mittlerweile über 4.000 Mitarbeiter und macht einen Umsatz von 533 Millionen DM, davon 58 Prozent im Ausland, Ende des Jahrzehnts sind es über 5000 Mitarbeiter. 1976 kam es erstmals in der Montage zum Einsatz von Fahrerlosen Transportsystemen. Hierzu wurden ursprünglich für manuelle Bedienung gebaute Gabelhub- und Plattformfahrzeuge mittels „photoelektronischer“ und später dann induktiver Steuerung umgebaut. - Bild: Jungheinrich AG

  • Jungheinrich 1996

    Nachdem 1990 die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft und der Börsengang erfolgten, übernimmt das Logistikunternehmen 1994 den Stapler-Hersteller Steinbock Boss Group, der seinen Schwerpunkt auf Lager- und Systemtechnik gelegt hat. 1996 stellt Jungheinrich den ersten Elektro-Stapler mit Drehstromtechnik EFG-VD 25/30 vor. - Bild: Jungheinrich AG

  • Jungheinrich 2006

    Die Globalisierung setzt die deutsche Wirtschaft unter Druck, immer mehr Industrieunternehmen eröffnen Standorte in China. In 2006 gründet Jungheinrich ein Werk im chinesischen Qingpu/Shanghai. Hier werden elektrobetriebene Deichselhubwagen montiert. Die gefertigten Niederhub- und Hochhubwagen dienen der Versorgung des Jungheinrich-Vertriebs in China und des asiatischen Marktes. Zudem entsteht ein Gebrauchtgerätezentrum in Dresden. - Bild: Jungheinrich AG

  • Jungheinrich 2009

    In 2009 erfolgt der Produktionsstart im Werk Landsberg. Hier werden Elektro-Niederhubwagen produziert. Fünf Jahre später, im Oktober 2014, läuft dann das 100.000ste Fahrzeug vom Band. - Bild: Jungheinrich AG

  • Jungheinrich 2011

    Effiziente und schnelle Lagerverwaltung wird immer wichtiger. Grund dafür ist nicht zuletzt das Internet mit dem zunehmenden Versandhandel in den letzten Jahren. Technologien wie Auto-ID und RFID fassen Fuß. Auch das Thema Energieeffizienz rückt weiter in den Vordergrund. Lithium-Ionen-Akkus spielen dabei eine wichtige Rolle. Mit Lithium-Ionen-Batterien müssen Flurförderzeuge nicht mehr um den Batterieblock herum konstruiert werden. In 2011 beginnt Jungheinrich die Serienproduktion des EJE 112i mit Lithium-Ionen-Technologie. - Bild: Jungheinrich AG

  • Jungheinrich 2013

    Das Unternehmen nimmt mehrere Werke in Betrieb, unter anderem in China. Ende 2012 beschäftigt das Unternehmen 11.000 Mitarbeiter und setzt 2,1 Milliarden Euro um, davon rund 40 Prozent mit Dienstleistungen wie Service und Vermietung. Der Blick auf die Logistik hat sich verändert. Mit einem Umsatz von rund 190 Milliarden Euro ist sie der drittgrößte Wirtschaftszweig in Deutschland hinter dem Handel und der Automobilindustrie. Jungheinrich baut nicht mehr nur ein breites Spektrum an Flurförderzeugen, sondern bietet Gesamtlösungen für die Bewältigung von intralogistischen Problemstellungen der Kunden. In 2013 werden zudem ein Ersatzteilzentrum in Kaltenkirchen und das Werk Degernpoint bei Moosburg in Betrieb genommen. - Bild: Jungheinrich AG

  • Jungheinrich 2016

    Industrie 4.0 hat auch die Logistikbranche erreicht. Auf der CeMAT 2016 stellt Jungheinrich vernetzte Lösungen und smarte Assistenzsysteme vor, das auf Laserscanner und eine Vernetzung mit dem Warehouse Management System setzt und sich mit Pick-by-Voice-Systemen oder mit Datenbrillen kombinieren lässt. Gut 14.000 Mitarbeiter sind für das Logistikunternehmen tätig, die Zahl erhöhte sich seit 2015 um 11 Prozent – eine Folge des besonders erfolgreichen Jahres 2015. Das Unternehmen erreichte ein Umsatzplus von 10 Prozent auf 2,75 Milliarden Euro und ein Auftragswachstum von 12 Prozent. Zudem wird das 60. Jubiläum des Schubmaststaplers Ameise gefeiert. Auch für 2016 rechnet Jungheinrich mit deutlichen Steigerungen.- Bild: Dietmar Rabich, Wikipedia

Ergebnis

Das EBIT erhöhte sich um 24 Millionen Euro bzw. 10 Prozent auf 259 Millionen Euro (Vorjahr: 
235 Millionen Euro). Die EBIT-Rendite erreichte mit 7,5 Prozent nicht ganz das Niveau des Vorjahres (7,6 Prozent). Das EBT lag mit 243 Millionen Euro um 13 Prozent über dem Vorjahr (216 Millionen Euro). Die EBT-Rendite erreichte 7,1 Prozent (Vorjahr: 7,0 Prozent). Das Ergebnis nach Steuern erhöhte sich um 28 Millionen Euro beziehungsweise 18 Prozent auf 182 Millionen Euro (Vorjahr: 154 Millionen Euro) und das Ergebnis je Vorzugsaktie entsprechend auf 1,80 Euro (Vorjahr: 1,52 Euro).

Dividende

Aufgrund der positiven Ergebnisentwicklung schlägt der Vorstand der Jungheinrich AG vor, eine gegenüber dem Vorjahr um 14 Prozent höhere Dividende in Höhe von 0,48 Euro je Stammaktie (Vorjahr: 0,42 Euro) und 0,50 Euro je Vorzugsaktie (Vorjahr: 0,44 Euro) auszuschütten. Aus dem Dividendenvorschlag ergeben sich eine Gesamtausschüttung in Höhe von 50 Millionen Euro (Vorjahr: 44 Millionen Euro) und eine Ausschüttungsquote von 28 Prozent (Vorjahr: 29 Prozent). Jungheinrich verfolgt grundsätzlich eine Politik kontinuierlicher Dividendenzahlungen. Ziel ist es, zwischen 25 Prozent und 30 Prozent des Ergebnisses nach Steuern an die Aktionäre auszuschütten.

Mitarbeiter

Im Berichtsjahr hat der Jungheinrich-Konzern seine Personalkapazität erweitert und dabei hauptsächlich den Vertrieb in Europa gestärkt. Am 31. Dezember 2017 waren 16.248 (Vorjahr: 15.010) Mitarbeiter im Konzern beschäftigt. Das entspricht einem Anstieg um 8 Prozent beziehungsweise 1.238 Beschäftigte. In Europa verzeichneten die Vertriebsgesellschaften in Deutschland, Polen, Italien, Großbritannien und Frankreich die höchsten Mitarbeiterzugänge. Außerhalb Europas wurde insbesondere der Vertrieb in Brasilien personell verstärkt. Für Jungheinrich waren zum 31. Dezember 2017 in der Metropolregion Hamburg 3.192 Mitarbeiter, davon 1.184 in Hamburg beschäftigt. 

Markteinschätzung und Prognose für 2018

In Anbetracht der weltweit positiven Konjunkturindikatoren erwarten wir, dass der Weltmarkt für Flurförderzeuge 2018 im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich wächst. In einzelnen Märkten halten wir sogar ein höheres Wachstum für möglich. In unserem Kernmarkt Europa gehen wir ebenfalls von einem Anstieg des Marktvolumens im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich aus. 

Unter Berücksichtigung des zuvor beschriebenen Konjunktur- und Branchenausblickes erwartet Jungheinrich für 2018 einen Auftragseingang zwischen 3,75 Milliarden Euro und 3,85 Milliarden Euro (2017: 3,56 Milliarden Euro). Wir streben eine leichte Verbesserung unseres Marktanteiles in Europa (2017: 21,5 Prozent) an. Der Konzernumsatz dürfte sich innerhalb einer Bandbreite von 3,6 Milliarden Euro bis 3,7 Milliarden Euro (2017: 3,44 Milliarden Euro) bewegen. 

Jungheinrich