FRANKFURT (Dow Jones/ks)–Die Ermittlungen wegen möglicher informationsgestützter Marktmanipulation seien aufrecht erhalten worden. Dagegen sei das Verfahren wegen des Verdachts der handelsgestützten Marktmanipulation gegen die Ex-Porsche-Verantwortlichen und die beratende Maple Bank eingestellt worden.

“Nach Eingang eines zentralen Sachverständigengutachtens wurde das Verfahren gegen die ehemaligen Vorstände von Porsche auf den Verdacht der Untreue (…) erweitert”, hieß es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft. “Es besteht der Verdacht, dass die ehemaligen Vorstände im Zuge des Übernahmeversuchs der Volkswagen AG existenzgefährdende Risiken für das Unternehmen durch Abschluss von Aktienkurssicherungsgeschäften eingegangen waren”.

Die intensive Auswertung der Asservate habe zudem zur Einleitung eines Verfahrens wegen des Verdachts des Kreditbetruges gegen drei Verantwortliche aus dem Finanzbereich von Porsche geführt. “Diesem Vorwurf liegt der Verdacht zugrunde, die Beschuldigten hätten im Rahmen der Verhandlungen zur Refinanzierung der von der Porsche Automobil Holding SE abgeschlossenen Kredite unrichtige oder unvollständige Angaben gegenüber einem der beteiligten Kreditinstitute gemacht”, so die Staatsanwaltschaft.

Die weiteren Ermittlungen stellen sich laut der Behörde als “äußerst aufwendig und zeitintensiv dar und können jedenfalls nicht vor Ende diesen Jahres abgeschlossen werden”. Porsche hatte bereits am Abend mitgeteilt, dass die andauernden Ermittlungen gegen die ehemaligen Vorstände Wendelin Wiedeking und Holger Härter die Verschmelzung der Holdinggesellschaft des Sportwagenherstellers mit Volkswagen gefährden könnten.

Auswirkungen auf die Übernahme des operativen Geschäfts dürfte das indes nicht haben. VW hatte Ende 2009 in einem ersten Schritt 49,9% des Porsche-Kerngeschäfts übernommen und besitzt die Option, auch den Rest zu kaufen. Bisherigen Angaben zufolge könnte die Porsche-Holding auch eigenständig bleiben, Volkswagen aber trotzdem das Sportwagengeschäft übernehmen.