"Generell gehen wir auch mittelfristig von stetigem Wachstum der Fabrikautomation aus", so Roland Bent, ZVEI.

Deutliche Konjunkturerholung im Bereich Schaltgeräte, Schaltanlagen, Industriesteuerungen.

FRANKFURT (sp). Nach dem größten Umsatzeinbruch in der Geschichte des Fachbereichs Schaltgeräte, Schaltanlagen, Industriesteuerungen im Jahr 2009 befindet sich die Fabrikautomation nun wieder auf strammem Wachstumskurs. So konnten die Unternehmen im ersten Halbjahr 2010 den Umsatz durchschnittlich um 20 bis 25 Prozent steigern. Lediglich das Projektgeschäft im Schaltanlagenbau ist derzeit noch verhalten. Hier fehlt es insbesondere noch an Großprojekten im Kraftwerksbereich.

Da das übliche Sommerloch aufgrund der guten Konjunktur in diesem Jahr kaum zu beobachten war und die Geschäftsentwicklung im dritten Quartal nochmals besser war als in den Vorquartalen, können einzelne Firmen bereits in diesem Jahr das Umsatzniveau von 2008 – vor der Krise – erreichen. Die anderen Firmen gehen davon aus, dies spätestens 2011 zu erreichen.

„Diese positive Entwicklung hätten wir noch zu Jahresbeginn nicht für möglich gehalten”, so Bent, Vorsitzender des Fachbereichs und Mitglied des Vorstands im ZVEI-Fachverband Automation. „Für 2011 erwarten wir eine Abflachung der derzeitigen – fast historischen – Wachstums-raten auf normales Niveau von rund fünf bis zehn Prozent.” Roland Bent, Geschäftsführer Marketing und Entwicklung der Phoenix Contact GmbH und Co. KG, wurde jüngst auf der Mitgliederversammlung in seinem Amt als Vorsitzender des Fachbereichs für weitere drei Jahre bestätigt.

Getragen wird das derzeitige starke Wachstum von der Erholung in der Automobilindustrie und im Maschinen- und Anlagenbau. Hinzu kommen außerordentliche Impulse aus den Bereichen der Erneuerbaren Energien – insbesondere der Wind- und Solar-Energie. So haben die Absenkungen der Solarförderungen in diesem Jahr zu einem außergewöhnlichen Run auf Solaranlagen geführt, von dem die Firmen des Fachbereichs Schaltgeräte, Schaltanlagen, Industriesteuerungen deutlich profitiert haben.

Das gute Wachstum wird zurzeit jedoch von erheblichen Versorgungsproblemen gebremst. So ist die Verfügbarkeit von elektronischen Komponenten, Halbleitern, speziellen Kontaktmaterialen und Kunststoffen kaum mehr sichergestellt. „Hier erhoffen wir uns allerdings eine gewisse Entspannung im Jahr 2011. Generell gehen wir auch mittelfristig von stetigem Wachstum der Fabrikautomation aus”, so Bent. „Insbesondere die anstehenden gesellschaftspolitischen Heraus-forderungen wie Elektromobilität, Ausbau der Erneuerbaren Energien, Umbau der heutigen Stromnetze zu intelligenten Netzen, den Smart Grids, oder auch die Sicherstellung einer leistungsfähigen Transportinfrastruktur werden ohne Schaltgeräte, Schaltanlagen, Industriesteuerungen und die dazugehörende Sensorik nicht möglich sein.”