Die Familienunternehmen fürchten, dass sich die Transferunion als dauerhaftes Damoklesschwert für

Die Familienunternehmen fürchten, dass sich die Transferunion als dauerhaftes Damoklesschwert für die deutsche Wirtschaft erweist (Bild: Bilderbox).

BERLIN (ks). Die Euro-Krise habe das Vertrauen der Bevölkerung in die Politik nachhaltig beschädigt erklärte Prof. Dr. Brun-Hagen Hennerkes in Berlin. Hennerkes sprach vom „Wortbruch der Regierung“. Vor Eintritt in die Währungsunion habe man versprochen, dass mit der Euro-Einführung ein Stabilitäts- und Wachstumspakt einhergehe, dass kein Land für die Schulden eines anderen einzustehen habe und dass die Europäische Zentralbank allein der Stabilität verpflichtet sei. Die festgesetzte Obergrenze für die Staatsschulden sei schon bald gefallen, mit der Aufgabe der „Bail-out“-Klausel sei aus der Währungs- eine Transferunion geworden, und mit dem Druck der Politik auf die Europäische Zentralbank, Staatsanleihen überschuldeter Mitgliedsländer aufzukaufen, habe diese ihre Unabhängigkeit verloren und sei zur größten „Bad Bank“ der Welt geworden.

„Mit der Euro-Rettungsschirm-Politik hat die Bundesregierung einen verhängnisvollen Weg eingeschlagen“, sagte Hennerkes. In der „Berliner Erklärung“, der sich 100 Inhaber aus dem Kreis führender deutscher Familienunternehmen angeschlossen haben, wurde die Politik aufgefordert, die Währungsunion auf eine neue Grundlage zu stellen. Hennerkes: „Die Risiken, die auf Deutschlands Haushalt zukommen, sind sonst unabsehbar“. Er wendet sich überdies gegen den „Mythos“, Deutschland habe wie kein anderes Land von der Einführung des Euros profitiert. Vielmehr sei der Export mit Ländern außerhalb der Eurozone viel stärker gestiegen, während er in die Eurozone sogar gesunken ist. Kaum ein Euroland weise seit Einführung der neuen Währung zudem eine niedrigere Wachstumsrate auf als Deutschland.