Ralf Winkelmann ist Geschäftsführer der Fanuc Deutschland GmbH. Der japanische Roboterhersteller Fanuc betreibt seine Deutschland-Zentrale in Neuhausen nahe Stuttgart.

Ralf Winkelmann ist Geschäftsführer der Fanuc Deutschland GmbH. Der japanische Roboterhersteller Fanuc betreibt seine Deutschland-Zentrale in Neuhausen nahe Stuttgart. - Bild: Fanuc

Herr Winkelmann, Strafzölle und Handelskonflikte stehen derzeit auf der Tagesordnung. Inwieweit ist Ihr Geschäft davon betroffen?

Diese grenzüberschreitenden Handelseinflüsse betreffen das Geschäft der Fanuc Deutschland GmbH nicht direkt. Von daher erwarte ich aufgrund dieser Faktoren keine nennenswerte Veränderung unserer Entwicklung. Auf unser Geschäft haben Wechselkurs und etwa das Handelsabkommen mit Japan einen größeren Einfluss. Damit äußere Einflüsse unsere Entwicklung nicht allzu sehr treffen, streben wir ein nachhaltiges Wachstum in allen Marktsegmenten an. Unser Ziel ist es, Kontinuität in allen Zielmärkten und insbesondere im Verhältnis der Marktsegmente untereinander zu erreichen.

Welche Märkte haben für ihr Geschäft in Zukunft Bedeutung?

‚General Industry‘ inklusive Maschinenbau sowie die Automobilindustrie stehen im Fokus. In diesen Märkten wollen wir Marktanteile dazugewinnen und wir sind da auf einem guten Weg, weil wir in allen Branchen ein beispiellos breites Portfolio für die Fabrikautomatisierung und gemeinsam mit unseren Systempartnern exzellente Lösungen anbieten können. Allerdings macht unser Geschäft ja an den Grenzen nicht Halt. Denn Anlagenbauer, die wir beliefern, sowie unsere Systempartner und-integratoren exportieren ja auch. Dabei begleitet sie Fanuc mit weltweitem Service.

Mit welchen Technologien wird sich Fanuc auch in Zukunft am Weltmarkt behaupten?

Ich könnte es mir einfach machen und antworten: mit allen unseren Technologien. In der Tat sind unsere robuste Servoantriebstechnik, unsere CNC- und Robotertechnik eine tragfähige Basis für die weitere Entwicklung. Das Internet of Things und damit die Entwicklung von Field – das steht für Fanuc Intelligent Edge Link and Drive – als offene Plattform sind Grundlagentechnologien für die Zukunft der automatisierten Fertigung. Da sind wir dabei. 

Wir behaupten uns bei diesem Thema nicht nur, sondern wir setzen da Meilensteine – auch wenn es Leute gibt, die gerne ein höheres Tempo der Entwicklung sehen wollen. Im Moment sind wir dabei, verschiedene Versionen von Field zu entwickeln, um den unterschiedlichen Anforderungen, IT-Infrastrukturen und anderen Rahmenbedingungen unserer Kunden optimale Rechnung zu tragen. ‚Automated Intelligence‘ ist das Stichwort, das unsere Entwicklungsrichtung dokumentiert.

"Damit steht die robotergeführte Bildverarbeitung, beispielsweise beim Griff in die Kiste, auf einem neuen Level." - Ralf Winkelmann, Geschäftsführer der Fanuc Deutschland GmbH

Intuitive Bedienerschnittstellen werden ein Wettbewerbskriterium sein. Mit dem iHMI haben wir da einen guten Schritt voran gemacht, mit dem iRProgrammer zur Steuerung von Scaras via Tablet einen weiteren. Grundsätzlich wird all das, was man als ‚intelligente Technik‘ bezeichnet, ein Must have sein.

Der neue 3D-Visionsensor, den wir gerade auf der Automatica vorgestellt haben, ist dafür ein gutes Beispiel. Damit steht die robotergeführte Bildverarbeitung, beispielsweise beim Griff in die Kiste, auf einem neuen Level.

Ein entscheidender Punkt ist hier die tiefe Integration von Technologien, beispielsweise der Bildverarbeitung in unsere Roboter – eine Technik und damit Erfahrung, die wir schon seit rund 30 Jahren haben.

Welche Schulnote geben Sie der aktuellen Konjunktur?

Die Orders der Maschinenbauer sind ein verlässlicher Langzeitindikator. Und da muss man auch als Optimist realistisch sehen, dass es teilweise starke Rückgänge, teilweise einfach eine gewisse Stagnation gibt. Eine Konsolidierung der zuletzt rasanten Aufwärtsbewegung ist zu erwarten. Ich rechne insgesamt mit einer sich abflachenden Entwicklung, daher Note Drei

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