Boeing liegt in Sachen Neubestellungen von Flugzeugen klar vor Airbus.

Boeing liegt in Sachen Neubestellungen von Flugzeugen klar vor Airbus. - Bild: Pixabay

Der weltgrößte Flugzeugbauer Boeing hat seinen Rivalen Airbus auf der Luftfahrtmesse in Farnborough bei Neubestellungen deutlich abgehängt. Unterdessen festigten beide Hersteller ihre Macht auf dem weltweiten Flugzeugmarkt. So hat sich Airbus einen wichtigen Jet des kanadischen Bombardier-Konzerns einverleibt, und Boeing soll die Mehrheit an der Verkehrsflugzeugsparte des brasilianischen Herstellers Embraer übernehmen. Von den Herausforderern aus Russland und China war praktisch nichts zu sehen.

Insgesamt sammelte der US-Konzern Boeing auf der Messe Aufträge und Vorverträge über 528 Verkehrsflugzeuge ein, wie er am Donnerstag auf der Luftfahrtschau südwestlich von London mitteilte. Der europäische Airbus-Konzern kam auf 431 Maschinen.

Auf das laufende Jahr gesehen, liegen die Amerikanern den Angaben zufolge noch deutlicher vor Airbus. Während der Konzern mit Sitz im französischen Toulouse seit Januar Bestellungen und Vorverträge über 752 Flugzeuge vorweisen kann, kommen die Amerikaner bereits auf mehr als mehr als 1000 Maschinen, wie Boeings Vertriebschef Ihssane Mounir vorrechnete.

Mittelstreckenjets als Verkaufsschlager

Der Löwenanteil der Bestellungen entfiel bei beiden Herstellern auf die Mittelstreckenjets wie die Boeing 737-MAX und den Airbus A320neo. Beide Hersteller konnten aber auch bei den größeren Passagiermaschinen wie der Boeing 777 und dem "Dreamliner" sowie den Airbus-Modellen A350 und A330neo punkten. Die Amerikaner verkauften zudem eine Reihe von Frachtmaschinen, unter anderem an die Deutsche Post DHL und den russischen Logistikkonzern Volga-Dnepr.

Am Donnerstag schlug bei Airbus erneut die Billigfluglinie AirAsia zu. Deren Langstrecken-Ableger AirAsia X stockte eine bestehende Order für den modernisierten Langstreckenflieger A330neo um 34 Maschinen auf 100 Jets auf. Für den von Bombardier übernommenen Mittelstreckenjet C-Serie, der jetzt Airbus A220 heißt, unterschrieb eine neue US-Fluglinie bereits am Dienstag einen Vorvertrag über 60 Maschinen. Für zahlreiche Aufträge, die etwa bei Boeing mehrere hundert Jets umfassen, blieben die Auftraggeber zunächst ungenannt.

  • Auch die deutsche Luftwaffe ist auf der ILA 2018 zu Gast - unter anderem mit Stabsunteroffizierin Franzi S. vom Taktischen Luftwaffengeschwader 33 aus Büchel

    Auch die deutsche Luftwaffe ist auf der ILA 2018 zu Gast - unter anderem mit Stabsunteroffizierin Franzi S. vom Taktischen Luftwaffengeschwader 33 aus Büchel. - Bild: Messe Berlin

  • Der Airbus-A400M auf der ILA 2018.

    Der Airbus-A400M auf der ILA 2018. - Bild: Messe Berlin

  • Ein Riese am Himmel: Die Antonow An-225 auf der ILA 2018.

    Ein Riese am Himmel: Die Antonow-An-225 auf der ILA 2018. - Bild: Messe Berlin

  • Und noch ein Gigant mit Flügeln: Ein Airbus A380 der Emirates in Sonderlackierung.

    Und noch ein Gigant mit Flügeln: Ein Airbus A380 der Emirates in Sonderlackierung. - Bild: Messe Berlin

  • Dient der Luftraumüberwachung: Die Boeing E-3A-Sentry AWACS

    Dient der Luftraumüberwachung: Die Boeing E-3A-Sentry AWACS. - Bild: Messe Berlin

  • Ebenfalls kein Winzline: Die Boeing C-17A-Globemaster-III.

    Ebenfalls kein Winzline: Die Boeing C-17A-Globemaster-III. - Bild: Messe Berlin

  • Die Boeing CV-22A Osprey ist besonders bei den US-Marines beliebt

    Die Boeing CV-22A Osprey ist besonders bei den US-Marines beliebt. - Bild: Messe Berlin

  • Eine CASA-C-101 der Patrulla Aguila, der die Kunstflugstaffel der spanischen Luftstreitkräfte, die ebenfalls auf der ILA 2018 zu Gast ist.

    Eine CASA-C-101 der Patrulla Aguila, der die Kunstflugstaffel der spanischen Luftstreitkräfte, die ebenfalls auf der ILA 2018 zu Gast ist. - Bild: Messe Berlin

  • Ein Eurocopter EC-135 der Bundeswehr in einer Vorführung auf der ILA 2018

    Ein Eurocopter EC-135 der Bundeswehr in einer Vorführung auf der ILA 2018. - Bild: Messe Berlin

  • Auch der Eurocopter Tiger zeigte auf der ILA 2018, was er kann

    Auch der Eurocopter Tiger zeigte auf der ILA 2018, was er kann. - Bild: Messe Berlin

  • Aus einer anderen Ära stammt das Schlachtflugzeug Iljuschin Il-2

    Aus einer anderen Ära stammt das Schlachtflugzeug Iljuschin Il-2. - Bild: Messe Berlin

  • Moderneres militärisches Fluggerät repräsentiert der Eurofighter Typhoon

    Moderneres militärisches Fluggerät repräsentiert der Eurofighter Typhoon. - Bild: Messe Berlin

  • Die Lockheed-Martin C-130J-Super-Hercules ist wohl eines der bekanntesten und am weitesten verbreiteten Transportflugzeuge der Welt.

    Die Lockheed-Martin C-130J-Super-Hercules ist wohl eines der bekanntesten und am weitesten verbreiteten Transportflugzeuge der Welt. - Bild: Messe Berlin

  • Der Mehrzweckhubschrauber NH90 zeigte auf der ILA 2018 ebenfalls sein Können.

    Der Mehrzweckhubschrauber NH90 zeigte auf der ILA 2018 ebenfalls sein Können. - Bild: Messe Berlin

  • Fast schon ein Klassiker der militärischen Luftfahrt: Der Panavia Tornado ECR

    Fast schon ein Klassiker der militärischen Luftfahrt: Der Panavia Tornado ECR. - Bild: Messe Berlin

  • A propos Klassiker: Der Sikorsky CH-53 auf der ILA 2018.

    A propos Klassiker: Der Sikorsky CH-53 auf der ILA 2018. - Bild: Messe Berlin

  • Und hier gleich der enge Verwandte: Der Sikorsky CH-53 King Stallion.

    Und hier gleich der enge Verwandte: Der Sikorsky CH-53 King Stallion. - Bild: Messe Berlin

  • Über Jahrzehnte der zuverlässige Lastesel der deutschen Luftwaffe: Die Transall C-160

    Über Jahrzehnte der zuverlässige Lastesel der deutschen Luftwaffe: Die Transall C-160. - Bild: Messe Berlin

  • Auch der Westland Sea-Lynx MK88-A war auf der ILA 2018 zu Gast

    Auch der Westland Sea-Lynx MK88-A war auf der ILA 2018 zu Gast. - Bild: Messe Berlin

Unterdessen vergrößern die Branchengrößen weiter ihre Marktmacht. Mit Airbus' Übernahme des Bombardier-Jets und Boeings Deal mit Embraer erweitern beide Konzerne ihre Produktpalette um kleinere Maschinen. Der Flugzeug- und Zughersteller Bombardier war in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Embraer ist wiederum bei den kleineren Regional- und Geschäftsflugzeugen Bombardiers wichtigster Rivale - und arbeitet schon länger mit Boeing zusammen.

Keine Gefahr aus dem Osten

Aus Sicht des Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) kann die wachsende Marktmacht der Großen für Fluggesellschaften und Passagiere teuer werden. Denn die Fluggesellschaften hätten nur zwei Hersteller zur Auswahl, und deren Produktion bei der meistgefragten Flugzeugklasse, den Mittelstreckenjets, sei praktisch über Jahre hinweg ausgebucht, urteilt IW-Unternehmensexperte Klaus-Heiner Röhl. Dadurch könnten Boeing und Airbus ihre Preise zu Lasten der Kunden hoch halten.

Aufkommende Konkurrenz aus dem Osten sieht er vorerst nicht als Gefahr für die Marktführer. "Der Hype um neue Wettbewerber im Passagierflugzeugmarkt aus China, Russland und Japan scheint vorbei zu sein." So finde der russische Regionalflieger Superjet 100 im Ausland keine Kunden. "Ein ähnliches Schicksal droht den größeren Maschinen Irkut MS-21 aus Russland sowie C919 aus China", schätzt Röhl. Verzögerungen in Entwicklung und Fertigung ließen das Vertrauen der Fluggesellschaften in die neuen Hersteller schwinden.

MS-21 und C919 waren im vergangenen Jahr zu ihren ersten Testflügen abgehoben. Beide zielen auf das Marktsegment der Verkaufsschlager Boeing 737-MAX und Airbus A320neo. Wichtige Teile wie die Triebwerke beziehen Russen und Chinesen von etablierten Herstellern aus dem Westen. Dennoch waren die Mittelstreckenjets aus Russland und China auf Messen im Ausland bisher nicht zu sehen. In Farnborough fehlte diesmal auch der Superjet 100. Der japanische Flugzeugbauer Mitsubishi zeigte zwar seinen Regionaljet MRJ, muss aber um Aufträge ringen.

A380 nur noch als Mietmodell interessant

Unterdessen können sich die Marktführer vor Bestellungen für ihre Mittelstreckenjets Airbus A320neo und Boeing 737-MAX kaum retten, die sie mit neuen Triebwerken auf weniger Spritverbrauch getrimmt haben. Die Werke sind auf Jahre hinaus praktisch ausgebucht. Vor allem Engpässe bei Zulieferern wie Triebwerksbauern hindern Boeing und Airbus daran, die Produktion der Jets noch schneller und weiter hochzufahren als ohnehin vorgesehen.

Während Bestellungen für den weltgrößten Passagierjet Airbus A380 erneut ausblieben, zeichnet sich eine Zukunft für gebrauchte Jets des Typs ab - und zwar im Mieteinsatz bei wechselnden Airlines. "Die Fluglinien stehen bei uns Schlange", sagte der Chef der portugiesischen Fluggesellschaft Hi Fly, Paulo Mirpuri. Die Gesellschaft hat eine gut zehn Jahre alte A380 von Singapore Airlines übernommen. Hi Fly vermietet Flugzeuge samt Besatzung und Wartung an andere Fluglinien und befördert in deren Auftrag deren Fluggäste.

  • Lockheed Martin,Entstehungsgeschichte

    Vor über hundert Jahren gründete Glenn L. Martin am 16. August 1912 die Firma Glenn L. Martin in Los Angeles, Kalifornien. Vier Monate später, am 19. Dezember 1912 gründeten Allan und Malcolm Lockheed die Alco Hydro-Airplane Company, die später in Lockheed Aircraft Company umbenannt wurde. Der Zusammenschluss zur Lockheed Martin Cooperation erfolgte 1955 - Bild: Lockheed Martin

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    Der Rüstungskonzern hat sich mittlerweile in verschiedenen Bereichen spezialisiert. Zum Produktporfolio gehören Flugzeuge, Raketen und Sensoren. In Zusammenarbeit mit Großbrittanien sollte das "Allzweckflugzeug" F-35 realisiert werden. - Bild: Lockheed Martin

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    Der umstrittene Kampfjet F-35 wird seit 2011 serienmäßig produziert. Der ursprünglich als Allzweckflugzeug geplante Jet wird mittlerweile in 3 Varianten hergestellt. Hauptabnehmer ist die US-amerikanische Air-Force. Bisher sind mehr als 200 Modelle auf dem Markt. - Bild: Lockheed Martin

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    Die Vorteile des Kampfjets sind, dass er nur eine kurze Startbahn benötigt und die Landung komplett senkrecht erfolgt. - Bild: Lockheed Martin

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    Der Rüstungskonzern nutz für die F-35 das Pratt & Whitney F135 Triebwerk mit Schwenkdüse und Hubfan. Der Schub beträgt 181,3 kN, ohne Nachbrenner nur 120 kN. - Bild: Lockheed Martin

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    Die Länge des Jets beträgt 15,57 Meter. In der Höhe misst das Flugzeug 4,57 Meter. Die Reichweite beträgt ungefähr 1.665 Kilometer - Bild: Lockheed Martin

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