Viele Faktoren, wie eine operative Marge des Umsatzes von sieben Prozent im zweiten Halbjahr und dem Rekord-Auftragseingang, spiegeln den positiven Jahresabschluss wieder.

Viele Faktoren, wie eine operative Marge des Umsatzes von sieben Prozent im zweiten Halbjahr und dem Rekord-Auftragseingang spiegeln den positiven Jahresabschluss wieder. - Bild: Faurecia

„Unsere Leistung im Jahr 2017 bestätigt unsere Fähigkeit, die Wertschöpfung durch profitables Wachstum und die Verwirklichung von Zielen zu steigern und gleichzeitig in unsere Innovationsstrategie zu investieren. Unser Auftragseingang ist auf Rekordhöhe und unsere Finanzstruktur solide. Wir konzentrieren uns weiterhin intensiv auf operative Exzellenz und die schnellere Transformation von Faurecia in ein innovatives Technologie-Unternehmen.“, zieht Geschäftsführer Patrick Koller ein Resümee.

Im Vergleich zu 2016 zeichnet sich eine deutliche positive Veränderung ab.
Im Vergleich zu 2016 zeichnet sich eine deutliche positive Veränderung ab. - Quelle: Faurecia

Damit fasst er die positive Entwicklung des Automobilzulieferers Faurecia im Jahr 2017 schon recht gut zusammen. Das organische Wachstum stieg im zweiten Halbjahr 2017 um 12,8 Prozent und erreichte damit 8.378 Millionen. Euro und das des Betriebsgewinns stieg um 22 Prozent auf 7 Prozent des Umsatzes. Der Geschäftsbereich Interiors erzielte mit 20,5 Prozent im zweiten Halbjahr 2017 ein Gesamtwachstum von 14,8 Prozent.
Der Wertschöpfungsumsatz erreichte im Geschäftsjahr 2017 insgesamt 16.962 Millionen Euro. Das entspricht einem Wachstum um 8,6 Prozent (organisch um 10,6 Prozent). Faurecia liegt 830 BP über dem weltweiten Wachstum der Automobilproduktion.

Der Kundenkreis entwickelte sich äußerst positiv, wobei chinesische OEMs mit 71 Prozent (organisch) die bemerkenswerteste Entwicklung erfuhren. Negative Veränderungen traten allerdings beim Konsolidierungskreis und den Währungseffekten auf.

Der Betriebsgewinn stieg um 20,6 Prozent auf 1.170 Millionen Euro. Die Profitabilität wuchs um 70 BP auf 6,9 % des Wertschöpfungsumsatzes. Europa erwirtschaftete die Hälfte des Konzernumsatzes und reichte damit ein Rekordniveau. Ein Viertel fiel auf Nordamerika und Asiens Umsatz wurde von chinesischen OEMs und SUVs angetrieben. Südamerika folgt mit einem dramatischen Turnaround im Bezug auf Umsatz und Rentabilität.

Stärkung zweier Geschäftsbereiche

Dabei fallen 42 Prozent des Konzernumsatzes auf den Bereich Seating. Das entspricht einer Steigerung um 8 Prozent. 31 Prozent des Konzernumsatzes beziehen sich auf Interiors mit einem Plus von 14,8 Prozent. Dies ist den Verkäufen an PSA in Europa und Ford in Nordamerika geschuldet. Interiors zukünftiges Wachstum wird aufgrund zwei neuer Joint Ventures mit dem chinesischen OEMs Wuling und BYD noch gesteigert werden. Zielführend bei Interiors waren der Wachstum des organischen Umsatzes in Asien um 67 Prozent und in Südamerika, wo er sich mehr als verdoppelte. Wobei der Verkauf des Werks Fountain Inn aus dem Jahr 2016 zunächst ein Tief in Höhe von Minus 117 Millionen Euro mit sich brachte.
Kleinere aber nicht unwichtige Teile des Betriebsergebnisses fielen auf den Geschäftsbereich Clean Mobility.

Rundum positives Nettoergebnis aus fortgeführten Aktivitäten

Der Betriebsgewinn des Konzerns belief sich auf 1.170,3 Millionen Euro und stieg damit um 21 Prozent im Vergleich zu 970,2 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2016. Dies liegt auch an den sinkenden Restrukturierungskosten, sonstigen einmaligen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen. Das Nettofinanzergebnis in Höhe von 131,3 Millionen Euro sank im Vergleich um 31,1 Millionen Euro.
Der Gewinn aus den fortgeführten Aktivitäten belief sich auf 714,5 Millionen Euro und lag damit 34 Prozent über den 532,5 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2016.
Es wurde ein Nettoergebnis (Konzernanteil) einen Gewinn von 610,2 Millionen Euro erzielt und lag um 4 Prozent unter den 637,8 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2016.

Punkten kann die solide Finanzstruktur

Das EBITDA belief sich auf 1.889,3 Millionen Euro und stieg damit um 15 Prozent.
Die Veränderung des Working-Capital-Bedarfs (einschließlich des weitgehend stabilen Forderungsverkaufs) führte zu einem Zufluss von 213,0 Millionen Euro. Investitionen beliefen sich auf 1.207,5 Millionen Euro, was auf eine höhere Anzahl von Programmen zurückzuführen ist.

Der Netto-Cashflow belief sich auf 435,3 Millionen Euro gegenüber 458,5 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2016. Der periodisch wiederkehrende Netto-Cashflow belief sich ebenfalls auf 435,3 Millionen Euro gegenüber 332,5 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2016.

Der periodisch wiederkehrende Netto-Cashflow verbesserte sich im Verhältnis zum Umsatz (2,6 % des Wertschöpfungsumsatzes im Jahr 2017 gegenüber 2,1 % im Jahr 2016) und im Verhältnis zum EBITDA (23 % im Jahr 2017 gegenüber 20 % im Jahr 2016).
Die Nettofinanzverschuldung des Konzerns erreichte am 31. Dezember 2017 eine Höhe von 451,5 Millionen Euro im Vergleich zu 341,5 Millionen Euro zu Ende des Jahres 2016. Mit 0,2x EBITDA entspricht das im Jahresvergleich einer stabilen Quote.

Die stabile Finanzstruktur begründet sich damit, dass über 70 Prozent der Bruttoverschuldung durch Anleihen ohne Fälligkeit vor 2022 gesichert ist. Hohe finanzielle Flexibilität wird durch eine nicht ausgeübte syndizierte 1,2 Milliarden Euro Kreditfazilität erzielt. Außerdem werden Konditionen durch neue Refinanzierungsmaßnahmen verbessert.

Auftragseingang um neun Milliarden Euro gesteigert

Der Auftragseingang des Konzerns (3-Jahres-Zeitraum 2015-2017) von 62 Milliarden Euro ist 9 Milliarden Euro höher als der Vergleichszeitraum (3-Jahres-Zeitraum 2014-2016). Diese Rekordzahl zeigt, dass Faurecia in der Lage ist, neue Projekte und Kunden zu gewinnen.

Bedeutende Innovationen getätigt

In 2017 wurde Parrot Automotive und Coagent (China) in den Bereichen Connectivity und Infotainment sowie von Hug Engineering im Bereich saubere Lösungen für Hochleistungsmotoren übernommen. Der Konzern unterzeichnete Technologiepartnerschaften mit ZF für fortschrittliche Sicherheitslösungen und mit Mahle für das Wärmemanagement im Cockpit der Zukunft. Eine weitere wichtige Partnerschaft wurde mit Accenture für digitale Dienstleistungen und digitale Transformation geschlossen. Diese Innovationen haben zur Folge, dass die Innovationsausgaben in 2017 um 23 Prozent auf 160 Millionen Euro stiegen.

Ziel für 2018: Position halten und ausbauen

Basierend auf dieser Annahme und der anhaltenden Dynamik beim Aufbau von profitablem Wachstum strebt Faurecia für das Gesamtjahr 2018 folgende Ziele an:

  • Umsatzwachstum (bei konstanten Wechselkursen) von mindestens sieben Prozent oder 500 BP Wachstum der weltweiten Automobilproduktion.
  • Operative Marge von über sieben Prozent des Umsatzes
  • Netto-Cashflow von über 500 Millionen Euro
  • Ergebnis je Aktie 5,00 Euro.

 

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