Feintool erwirtschaftete insgesamt ein Konzernergebnis von 20,1 Millionen Franken, einer Marge von 3,9 Prozent entsprechend

Feintool erwirtschaftete insgesamt ein Konzernergebnis von 20,1 Millionen Franken, einer Marge von 3,9 Prozent entsprechend. - Bild: Feintool

Das Wachstum der globalen Automobilindustrie hielt 2015 weltweit an. Feintool hat von dieser positiven Branchenkonjunktur profitiert und wuchs darüber hinaus in allen relevanten Regionen durch den Gewinn von Marktanteilen schneller als der Markt.

Die Feintool-Gruppe erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015 in diesem Umfeld einen Umsatz von 508,9 Millionen Franken, was einem Zuwachs von 1,1 Prozent entspricht. Währungs­bereinigt verzeichnet das Unternehmen ein organisches Wachstum von 4,4 Prozent.

Von den Unternehmensbereichen steuerte das Segment System Parts, in dem Fein­tool weltweit mit der Serienherstellung präziser Feinschneid- und Umform­kom­ponen­ten aktiv ist, den grössten Umsatzanteil bei. Das Segment wuchs im Berichtsjahr in Lokalwährung um 8,2 Prozent auf 438 Millionen Franken und erwirtschaftete damit 86,1 Prozent des Gruppenumsatzes. Der Zuwachs lässt sich vor allem auf die gegenüber dem Vorjahr gesteigerten Absatzmengen neuer Produkte in Europa und in den USA zurückführen.

Der Umsatz des Segments Fineblanking Technology, in dem Feintool technolo­gi­sche Gesamtlösungen für das Feinschneiden anbietet, lag bei 87,8 Millionen Franken. Der Rückgang von 10,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr lag einerseits an rechnerisch tieferen Verkaufspreisen (Rechnungsstellung in Europa vorwiegend in Euro), andererseits aber auch an kundenseitiger Zurückhaltung aufgrund von Unsicherheiten im Markt. Die internen Verkäufe von Pressen und Werkzeugen an das Segment System Parts stiegen geringfügig.

Alle Segmente und Regionen erwirtschafteten auch in diesem Berichtsjahr einen positiven Beitrag zum Betriebsergebnis. Die Feintool-Gruppe konnte 32,9 Millionen Franken erwirtschaften, was einem Rückgang von 6,4 Prozent entspricht. Ohne den negativen Einfluss des massiv gestiegenen Schweizerfrankens wäre das operative Ergebnis um 2,8 Prozent gestiegen. Damit erreichte das operative Geschäft eine EBIT-Marge von 6,5 Prozent.

Das Segment System Parts erreichte einen EBIT von 35,8 Millionen Franken und eine EBIT-Marge von 8,2 Prozent. Die Ergebnistreiber im Serienteilegeschäft waren eine gute Auslastung der Produktionswerke und zahlreiche Effizienzsteigerungsmassnahmen. Hinzu kommen die ersten Ergebnisbeiträge aus den in den Vorjahren gewonnenen Rahmenaufträgen.

Obwohl die deutschen Standorte die negativen Währungseinflüsse weitgehend kompen­sieren konnten, ging das operative Ergebnis in Europa zurück, da der schweizerische Fabrikationsstandort 95 Prozent seiner Produkte im Euroraum verkauft. Gleichzeitig beträgt der Kostenanteil in Schweizer Franken rund 50 Prozent, was zwangsläufig zu einem Margenzerfall führt. Zahlreiche zeitgleiche Produkteeinführungen, die Vorbereitung der Verlagerung einzelner Produkte an einen erworbenen Standort in Deutschland sowie die Erhöhung der Wertschöpfung durch die Installation einer Wärmebehandlungsanlage verursachten zudem erhebliche Zusatzaufwendungen.

Im Investitionsgütergeschäft des Segments Fineblanking Technology erzielte Feintool ein Betriebsergebnis von 4,6 Millionen Franken. Die Marge sank gegenüber dem Vorjahr auf 5,2 Prozent. Hauptgrund dieser Entwicklung ist der rückläufige Umsatz. Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben wurden bewusst leicht erhöht.

Feintool erwirtschaftete insgesamt ein Konzernergebnis von 20,1 Millionen Franken, einer Marge von 3,9 Prozent entsprechend. Neben dem leicht tieferen operativen Ergebnis hatte auch die höhere Steuerquote einen negativen Einfluss auf das Nettoergebnis.

Feintool hat in den vergangenen Jahren seine Strategie, in den jeweiligen Absatz­märkten und Währungsräumen zu produzieren, konsequent ausgebaut. 85% des Umsatzes wird ausserhalb der Schweiz produziert. Die Schweiz als Markt trägt lediglich 2 Prozent zum Umsatz bei. 

Trotzdem verursachte die starke Aufwertung des Schweizer Frankens bei den Schwei­zer Produktionsstandorten einen beträchtlichen Margenrückgang. In der Produktions­gesellschaft für Teile im schweizerischen Lyss erfolgt die strategische Neupositionie­rung durch eine verstärkte Ausrichtung auf Spezialitäten. Feintool investierte dazu über 10 Millionen Franken in den Ausbau der Wertschöpfungskette. Die damit einhergehende Verlagerung gewisser Produktgruppen an den neuen deutschen Fabrikationsstandort ist angelaufen und wird in 2016 erste Resultate zeigen. 

Die in diesem Zusammenhang per 1. Februar 2015 eingeführte verlängerte Arbeitszeit schwächte den negativen Währungseffekt. Es ist das Ziel, diese Sondermassnahme baldmöglichst aufzuheben.

Die erwarteten Abrufe unserer Kunden zu Beginn des Geschäftsjahres im Segment System Parts betragen 209.6 Millionen Franken. Damit ist dieser Wert gegenüber dem Vorjahr beinahe unverändert, obwohl sich die Währungsverhältnisse in den letzten zwölf Monaten massiv veränderten.

Der Auftragseingang von Dritten im Segment Fineblanking Technology sank um 11 Prozent auf 77,2 Millionen Franken. Der Auftragsbestand legte um 9,4 Prozent auf 36,0 Millionen Franken zu, was einen Arbeitsvorrat von rund acht Monaten für das langfristige Pressen- und Werkzeuggeschäft bedeutet.

Angesichts der aktuellen Entwicklung der Feintool-Gruppe sowie der stabilen Ver­mögens- und Finanzlage hat der Verwaltungsrat entschieden, der Generalver­samm­lung am 19. April 2016 erneut eine Dividende aus Kapitaleinlagen von 1,50 Franken je Feintool-Aktie zur Genehmigung vorzuschlagen.

Mit dem Ziel, sich bietende Marktchancen schnell zu nutzen, schlägt der Feintool-Ver­waltungsrat der Generalversammlung vom 19. April 2016 vor, ein genehmigtes Kapital in Höhe von 600.000 Aktien, einem Anteil von 13,4 Prozent des heutigen Aktienkapitals entsprechend, unter dem möglichen Ausschluss des Bezugsrechts für die bestehenden Aktionäre zu schaffen. 

Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung ausserdem die Wahl eines zusätzlichen Verwaltungsratsmitglieds, Dr. Rolf-Dieter Kempis, Partner der Theron Advisory Group, für eine Amtsdauer von einem Jahr vor.

Feintool geht für 2016 von einer positiven Geschäftsentwicklung aus - aber auch von einem stagnierenden Marktumfeld. Wir erwarten in diesem Jahr ein Umsatzwachstum von 5 Prozent auf rund 530 Millionen Franken bei einer EBIT-Marge von rund 7 Prozent. Damit verbunden sind eine Ausweitung der Produktionskapazitäten, die Entwicklung weiterer marktgerechter Innovationen und Projekte zur Optimierung aller Prozessabläufe.

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