In die Korruptionsaffäre um die MAN-Beteiligung Ferrostaal kommt offenbar Bewegung (Bild:

In die Korruptionsaffäre um die MAN-Beteiligung Ferrostaal kommt offenbar Bewegung (Bild: Ferrostaal).

HAMBURG (Dow Jones/ks)–Das ist das Ergebnis eines Gesprächs zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigern, wie das Magazin “Der Spiegel” vorab berichtet. Zudem sollen zwei frühere Spitzenmanager des Konzerns wegen Bestechung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt werden und darüber hinaus eine Geldbuße erhalten. Die “Süddeutsche Zeitung” (SZ), die das Thema auch aufgreift, nennt in einer Vorab-Veröffentlichung ebenfalls die Summe von 177 Mio Euro als Strafe für die ehemalige MAN-Beteiligung Ferrostaal.

Die Staatsanwaltschaft München hatte am 18. März gegen das Duo Anklage erhoben. Nach Ansicht der Ermittler sollen die Manager an Schmiergeldzahlungen im Zusammenhang mit einem 1,6 Mrd Euro schweren U-Boot-Geschäft aus dem Jahr 2000 beteiligt gewesen sein. Laut “Spiegel” bewahrt die Abmachung die Staatsanwaltschaft vor einem möglichen Scheitern vor Gericht. Die Fahnder hätten bei ihren Ermittlungen zwar fragwürdige Zahlungen in zweistelliger Millionenhöhe festgestellt – Belege für Schmiergeldempfänger aus dem griechischen Militär oder der Politik hätten sie bislang nicht vorlegen können.
Auch hätten sie zwischenzeitlich eine weit höhere Strafe für den Konzern gefordert: 277 Mio Euro. Nun werde das Verfahren gegen die beiden Ferrostaal-Veteranen wohl im Herbst mit drei bis vier Verhandlungstagen zügig beendet werden. Strittige Fragen, beispielsweise nach einer Verjährung der Taten, würden demnach ausgeklammert. Die Parteien bekämen zuvor allerdings zwei Monate Zeit, die Abmachung zu überdenken, heißt es weiter. Die Staatsanwaltschaft wollte laut “Spiegel” lediglich Gespräche zwischen den Parteien bestätigen.
MAN wollte den Bericht am Sonntag gegenüber Dow Jones Newswires nicht kommentieren. Eine Ferrostaal-Sprecherin wollte sich wegen des laufenden Verfahrens nicht zu den Artikeln äußern, die Staatsanwaltschaft war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
MAN hatte vor knapp zweieinhalb Jahren 70% von Ferrostaal an den Staatsfonds aus Abu Dhabi verkauft, 2010 sollten die restlichen 30% folgen. Nachdem wenig später der mutmaßliche Schmiergeldskandal bei dem Essener Industriedienstleister aufgeflogen war, weigerte sich IPIC, die vereinbarte Option auf die restliche Ferrostaal-Anteile zu ziehen.