Die schnelle Lösungskompetenz solle Festo zu weiterem Wachstum verhelfen, sagte

Die schnelle Lösungskompetenz solle Festo zu weiterem Wachstum verhelfen, sagte Festo-Vorstandsvorsitzender Dr. Eberhard Veit. (Bild: Dlugosch)

von Georg Dlugosch

ESSLINGEN (mg). Gleichzeitig sollen die innovativen Lösungen den Abnehmern helfen, schneller mit ihren Produkten auf den Markt zu kommen, wie die Bilanz von einem Jahr „Fast Factory“ unterstreicht.

“Die Konjunkturzyklen folgen schneller aufeinander und die Ausschläge werden stärker”, sagte Dr. Eberhard Veit, Vorstandsvorsitzender der Festo AG auf der internationalen Pressekonferenz in Esslingen. Im ersten Halbjahr 2010 sei ein Umsatzwachstum von 30 % erzielt und die Wachstumsprognose damit vorläufig verdreifacht worden.

In der Region Asien/Pazifik und in Amerika wurden “die höchsten Auftragseingänge der Unternehmensgeschichte verzeichnet”, berichtete Dr. Veit. Den unerwartet starken Aufschwung trüben kleinere Wolken am Konjunkturhimmel, wie von Kunden berichtet werde. Dennoch hat sich Festo zum Ziel gesetzt, weltweit auf den fünften Platz der Anbieter elektrischer Antriebe zu steigen. Der Umsatz war 2009 auf 1,3 (Vorjahr 1,7) Mrd Euro gesunken.

Die neue organisatorische Struktur mit Solution Engineering Centres (SEC) soll den Kunden eine Kostenreduktion von 30 bis 40 % erlauben, erläuterte Veit. Als Beispiel dient das High-Speed H-Portal, das 30 % schneller als konventionelle Handhabungssysteme, aber bei den Kosten „vergleichbar“ sei, wie der Festo-Chef schilderte. Ein Fünftel des Umsatzes steuert bereits die Elektronik bei. Der elektrische Antrieb hat daran 10 % Anteil und ein dreifach stärkeres Wachstum als von Festo erwartet.

Die Fast Factory nutzt additive Verfahren vom Rapid Prototyping bis zum Rapid Manufacturing, um Produkte beispielsweise innerhalb von drei Tagen anstelle von acht Monaten lieferfähig zu machen und dabei die Kosten mitunter zu halbieren. Ein greifbares Produkt sind die Finger des FinGrippers, der selbst unregelmäßig geformtes Obst oder zerbrechliche Schokoladeneier behutsam und sicher aufnehmen kann.

Während Kunden in Europa verstärkt auf Funktionsintegration setzen, so wollen Abnehmer in Asien mehr Flexibilität und schnellere Änderungen. Bei diesen sehr unterschiedlichen Anforderungen setzt Festo auf eine neue Perspektive beim Entwicklungsprozess.

Das ehedem Technologie getriebene Unternehmen integriert nun die Kundenperspektive. Eine genaue Analyse der Markttrends ist Voraussetzung, um die Entwicklung in die richtige Richtung zu lenken. Dann können die Produkte maßgeschneidert auf die Anforderungen des Kunden hergestellt werden. Zur Unterstützung erhöhe Festo 2009 die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf 9,5 %. Das neue Konzept der Produktentwicklung sieht eine Verdoppelung der Performance vor, erläuterte Dr. Ansgar Kriwet, Vorstand Region and Sales Europa. Es wird zusätzliche Funktionen bei steigender Flexibilität integrieren und soll zudem innovative Ideen einbringen.