Ford gelang es nicht, in den USA aus eigener Kraft einen Markt für Kleinwagen zu schaffen. Aller

Ford gelang es nicht, in den USA aus eigener Kraft einen Markt für Kleinwagen zu schaffen. Aller Voraussicht nach wird die Fertigung der beiden Modelle außerhalb der USA fortgeführt. - Bild: Ford

In den USA können sich Kleinwagen einfach nicht durchsetzen. Das jüngste Beispiel liefert der Autobauer Ford. Er wird die Produktion der Kompaktwagen Focus und C-Max in einer Fabrik in Michigan bis 2018 auslaufen lassen.

Ford gelang es nicht, in den USA aus eigener Kraft einen Markt für Kleinwagen zu schaffen. Aller Voraussicht nach wird die Fertigung der beiden Modelle außerhalb der USA fortgeführt.

Außerdem könnte der Schritt von Ford Druck auf die Gewerkschaft UAW ausüben, bei den anstehenden Vertragsverhandlungen eher moderate Töne anzuschlagen. Ford, General Motors und Fiat Chrysler wirtschaften zwar allesamt profitabel, können aber kaum mit der kostengünstigeren Konkurrenz aus Asien mithalten, die momentan zudem vom starken US-Dollar profitiert.

Kleinwagen bringen deutlich weniger Profitmarge

Kleinwagen wie der Focus bringen deutlich weniger Profitmarge als Pickups oder sportliche Geländewagen (SUV). Sie sind für die US-Autobauer aber unabdingbar, da nur mit ihrer Hilfe die strengen Spritsparvorgaben aus Washington eingehalten werden können. Die Autohersteller gewannen schon bei früherer Gelegenheit Zugeständnisse der UAW, um die Arbeitskosten drastisch zu verringern. Diese Vereinbarungen waren das Fundament, auf dem später die erneute Produktion von Kleinwagen in den USA gründete.

Momentan fertig Ford den Fiesta in Mexiko, setzt ihn aber in den USA ab. Mexiko reift zunehmend zum Produktionsdrehkreuz für globale Autobauer. Zusätzliche Produktionskapazitäten im Wert mehrerer zehn Milliarden Dollar werden in Mexiko gerade hochgezogen. Die Autobauer wollen von den niedrigen Arbeitskosten ebenso profitieren wie von globalen Handelsabkommen, die Exporte vereinfachen. Toyota verschiebt seine Fertigung des Corolla in den kommenden Jahren ebenfalls südlich des Rio Grande. Drei Jahrzehnte lang war Kanada der Produktionsstandort. Auch Honda und Mazda setzen für die Fertigung auf Mexiko.

Der Verlust der Focus-Herstellung ist ein herber Rückschlag für die Obama-Administration, die US-Autobauer eigentlich zu mehr Spriteinsparungen motivieren will. Nicht zuletzt galten Emissionsverringerungen als Kernargument des Weißen Hauses, Ford und GM in der Finanzkrise unter die Arme zu greifen. Doch die niedrigen Benzinpreise verdarben den US-Bürgern den Appetit auf Kleinwagen. Sie greifen inzwischen wieder lieber bei großen Spritschluckern zu. Die Kompaktwagen-Fabriken in den USA operieren überwiegend unter ihrer Kapazitätsgrenze.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke