Sharp

Übernahme perfekt: Foxconn und Sharp segneten den Milliardendeal nach monatelangen Verhandlungen am Mittwoch ab. - Bild: Sharp

Der angeschlagene japanische Traditionskonzern verkauft neue Aktien für 389 Milliarden japanische Yen oder umgerechnet rund 3,1 Milliarden Euro an die Foxconn Technology Group.

Foxconn will eigenen Angaben zufolge 88 Yen je Stammaktie von Sharp zahlen, was deutlich unter dem früheren Angebot von 118 Yen liegt. Der gesamte Preis für Sharp könnte sich später abhängig von der Anzahl der Vorzugsaktien noch erhöhen, die Foxconn von Sharps Gläubigerbanken kaufen will.

Sharp leidet seit längerem unter dem Preisverfall bei Smartphone-Bildschirmen. Das Unternehmen ist in weniger als vier Jahren zwei Mal von seinen Kreditgebern gerettet worden und hat hohe Schulden. Der Übernahme durch den Auftragsfertiger Foxconn hatte Sharp bereits grundsätzlich zugestimmt. Nach Bekanntwerden neuer Risiken traten die Chinesen zuletzt jedoch auf die Bremse und baten sich mehr Zeit aus, um die Übernahme zu prüfen.

Der Deal kann als Erfolg für die taiwanische Foxconn gewertet werden. Der Zulieferer des iPhone-Herstellers Apple bemüht sich darum, seine Produktpalette zu verbreitern.

Foxconn fertigt schon heute die meisten iPhones und liefert einige Komponenten wie zum Beispiel die Metallgehäuse. Der Konzern will aber auch die Displays für die iPhones liefern, da diese die teuersten Teile der Geräte sind und höhere Gewinnmargen einspielen als die einfache Fabrikarbeit. Sharp ist einer der Bildschirmlieferanten für Apples iPhones. Entsprechend kann Sharps Display-Technologie Foxconn dabei helfen, in der Bildschirmherstellung Fuß zu fassen und die Abhängigkeit von der Auftragsfertigung zu reduzieren.