Foxconn-Werk in Pardubice. - Bild: Foxconn Tschechien

Foxconn-Werk in Pardubice. - Bild: Foxconn Tschechien

Die tschechische Regierung spricht in einer Mitteilung von Milliardeninvestitionen und erhofft sich Impulse für die Wirtschaft. Dazu werde mit Foxconn demnächst eine Kooperationsvereinbarung geschlossen, heißt es vom tschechischen Industrie- und Handelsministerium.

Foxconn will laut der Mitteilung des Ministeriums, in die bestehenden Standorte Pardubice und Kutná Hora zu investieren und eine voll automatisierte Produktion nach Industrie 4.0 zu entwickeln. Daneben sei ein Forschungs- und Entwicklungszentrum geplant, das das einzige seiner Art in Europa werden soll.

Tchechien hofft auf tausende Arbeitsplätze

Die Projekte versprechen laut Industrie- und Handelsminister Jan Mládek tausende Arbeitsplätze für hochqualifizierte Fachkräfte. “Die Automatisierung und Digitalisierung ist die Zukunft der Industrie. Die Kooperationsvereinbarung wird der Tschechischen Republik ein Investitionsprojekt einbringen, das nicht nur eine große Zahl an Arbeitsplätzen für qualifiziertes Fachpersonal bietet, sondern auch die Exportkraft Tchechiens in Richtung Asien stärkt”, erläutert Mládek. Denn Foxconn wolle im Zuge der Investitionen auch ein neues Geschäftsmodell für den Export von Tchechien in asiatische Länder entwickeln.Dies werde sich positiv auf die gesamte tschechische Wirtschaft auswirken.

Massive Kritik an Arbeitsbedingungen

Der Apple-Zulieferer ist unter anderem wegen dem Umgang mit Mitarbeitern umstritten. Erst vor zwei Jahren war das Unternehmen massiv in die Kritik geraten, nachdem die Computerzeitung in dem Beitrag “Shenzhen an der Elbe” berichtet hatte, dass die Frauen und Männer im böhmischen Foxconn-Werk Pardubice unter extremem Leistungsdruck arbeiten müssten und hierfür nur 500 Euro pro Monat bekämen. Zudem müssten sie sich einem strengen Arbeitsregime unterwerfen, “stumme Disziplin, extreme Flexibilität und ständige Produktionssteigerungen” hinnehmen, so die Zeitschrift unter Berufung auf den Betriebsratsvorsitzenden Tomas Formanek und mehrere Arbeiter.

Ein Vertreter der tschechischen Foxconn-Niederlassung wies die Vorwürfe zurück. Alle arbeitsrechtlichen Vorschriften Tschechiens und der Europäischen Union würden eingehalten.

Karoline Kopp