Renault

Mit der Aufstockung wollte Paris sicherstellen, dass bei Renault das Doppelstimmrecht für den Staat angewendet wird. - Bild: Renault

An der Partnerschaft der beiden Autohersteller Renault und Nissan solle sich nach ihrem Wunsch nichts groß verändern.

Die Entscheidung der Regierung, ihre Beteiligung am größten Automobilhersteller des Landes von 15 auf fast 20 Prozent auszuweiten, hatte zu Spannungen mit dem japanischen Partner geführt. Denn damit änderte sich auch das Machtverhältnis in den fein austarierten Überkreuzbeteiligungen der beiden Unternehmen.

Mit der Aufstockung Anfang des Jahres wollte Paris sicherstellen, dass bei Renault das Doppelstimmrecht für den Staat und andere langfristige Investoren angewendet wird. Ein neues französisches Gesetz räumt jenen Investoren ein doppeltes Stimmrecht ein, die Aktien im eigenen Namen erwerben und diese mindestens zwei Jahre lang halten zu können. Das Gesetz kann aber außer Kraft gesetzt werden, wenn die Aktionäre eines Unternehmens bei einer Hauptversammlung den Beschluss fassen, alle Anteilseigner nach dem Prinzip "eine Aktie, eine Stimme" mit dem gleichen Stimmrecht auszustatten. Nach der Hauptversammlung wollte Frankreich den Anteil eigentlich wieder auf 15 Prozent senk

Veräußerung ohne Verluste

Paris habe vermeiden wollen, dass "strukturelle Entscheidungen ohne Zustimmung der Regierung" getroffen würden, sagte Macron. Die zusätzlichen fünf Prozent würden wieder veräußert, sobald ein Preis erzielt werden könne, der für die Steuerzahler keinen Verlust mit sich brächte, sagte der Minister dem französischen Radiosender Europe1.

Renault und Nissan haben seit 1999 eine technologische und Kapitalpartnerschaft, ihre Allianz ist damit eine der längsten im Automobilsektor. Renault hält 43,4 Prozent an dem japanischen Unternehmen, während Nissan mit 15 Prozent an Renault beteiligt ist. Allerdings besitzt Nissan nach französischem Recht keine Stimmrechte bei Renault.

Aufrechterhaltung der Machtbalance

Nach der Aufstockung der Regierungsbeteiligung an Renault hatten mehrere Boardmitglieder sowie der CEO beider Konzerne, Carlos Ghosn, eine Änderung des Systems der Überkreuzbeteiligungen gefordert, um die Machtbalance in der Partnerschaft aufrechtzuerhalten. Das aber wurde von französischen Politikern, auch von Premierminister Manuel Valls, abgelehnt.

In dem Radiointerview sagte Macron, die Allianz solle so bleiben, wie sie sei. Er erinnerte daran, dass die Regierung noch mit 40 Prozent an Renault beteiligt gewesen sei, als die Partnerschaft vereinbart wurde.