Friedhelm Loh hatte vor zwei Wochen über seine Investmentfirma Swoctem den Anteil an Klöckner & Co

Friedhelm Loh hatte vor zwei Wochen über seine Investmentfirma Swoctem den Anteil an Klöckner & Co auf 10,38 Prozent aufgestockt und war damit zum größten Einzelaktionär aufgestiegen. - Bild: Friedhelm Loh Gruppe

Der neue Großaktionär von Klöckner & Co, Friedhelm Loh, will bei dem Stahlhändler mitbestimmen. Der Investor strebe eine “Einflussnahme auf die Besetzung von Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorganen” von KlöCo an.

Loh hatte vor zwei Wochen über seine Investmentfirma Swoctem den Anteil an Klöckner & Co auf 10,38 Prozent aufgestockt und war damit zum größten Einzelaktionär aufgestiegen. Die Schwelle von 3 Prozent der KlöCo-Anteile hatte der Investor im Juni überschritten. Seine Investition diene der “Umsetzung finanzieller und strategischer Ziele”, hieß es in der Mitteilung weiter. Um welche konkreten Ziele es sich handelt, habe Loh mit Klöckner & Co noch nicht besprochen, sagte ein Sprecher des Stahlhändlers. Das Unternehmen sehe den Einstieg des “seriösen” Investors dessen ungeachtet “als eine Auszeichnung”.

Ob der neue Großaktionär seine Anteile innerhalb des nächsten Jahres weiter aufstockt oder aber Aktien verkauft, ließ Loh laut KlöCo offen. Das hänge von “der Markt- und Unternehmensentwicklung sowie den Ergebnissen unserer geplanten Gespräche mit der Unternehmensleitung” ab, zitierte Klöckner & Co den Großinvestor. Eine Änderung der Kapitalstruktur oder der Dividendenpolitik strebe Loh aktuell nicht an, heißt es in der Mitteilung weiter.

Loh mischt auch beim Roboterbauer Kuka mit

Über Swoctem hatte Loh im vergangenen Jahr bereits mehr als 10 Prozent der Anteile am Roboterbauer Kuka erworben. Anders als bei Klöckner & Co hatte er damals allerdings ausgeschlossen, in den nächsten zwölf Monaten weitere Aktien zu erwerben. Vor zwei Monaten wurde Loh in den Kuka-Aufsichtsrat gewählt – auch bei KlöCo könnte der Unternehmer auf einen Sitz im Kontrollgremium drängen.

Die Friedhelm Loh Group beschäftigt nach eigenen Angaben weltweit mehr als 11.500 Mitarbeiter und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 2,2 Milliarden Euro. Zu der Gruppe gehören unter anderem der Schaltschrankhersteller Rittal sowie der Stahldienstleister Stahlo, der ähnlich wie KlöCo Stahl bearbeitet und liefert.

Ein Sprecher der Unternehmensgruppe von Friedhelm Loh lehnte es ab, die Investition des Firmeneigentümers zu kommentieren.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke