Vorstand und Aufsichtsrat von Demag Cranes raten, das Übernahmeangebot von Terex anzunehmen (Bild:

Vorstand und Aufsichtsrat von Demag Cranes raten, das Übernahmeangebot von Terex anzunehmen (Bild: Demag Cranes).

von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires

FRANKFURT (ks)–Nachdem sich Demag Cranes wochenlang gegen eine Übernahme gesträubt hatte, ebneten die Amerikaner vergangene Woche mit einer deutlichen Anhebung des Angebotspreises den Weg: 45,50 Euro will Terex den Anteilseignern nun pro Aktie zahlen. Das bis dato gültige Gebot über 41,75 Euro war als zu niedrig kritisiert und entsprechend nur schleppend angenommen worden. Insgesamt bewertet die neue Offerte die Deutschen mit rund 963 Mio Euro.

Terex habe das Angebot durch die Erhöhung des Angebotspreises und die wichtigen Zusagen im Hinblick auf die Interessen der Arbeitnehmer sowie die Zusage der weitgehenden operativen und strategischen Eigenständigkeit von Demag Cranes erheblich verbessert, erklärten Vorstand und Aufsichtsrat am Mittwoch. Die Wachstumspersketiven seien “in hinreichendem Maße” berücksichtigt; auch die unabhängigen Bewertungsgutachten von Deutscher Bank, Rothschild sowie Lazard hätten ergeben, dass der erhöhte Preis angemessen sei.

Das Unternehmen aus Westport im US-Bundesstaat Connecticut köderte sich die Zustimmung mit Standort- und Beschäftigungszusagen, will den Sitz von Demag Cranes in Düsseldorf belassen und Aloysius Rauen sogar in die eigene Führungsriege holen. Anders als die anderen Deutschland-Geschäfte der Amerikaner soll Demag Cranes als selbständige Terex-Sparte firmieren und mit Investitionsmitteln ausgestattet werden, um die Expansion voranzutreiben.

Um Demag Cranes rankten sich seit dem vergangenen Herbst Übernahmespekulationen. Im Oktober machte zunächst Weltmarktführer Konecranes sein Interesse öffentlich; seinerzeit galt Terex zwar auch als möglicher Käufer, hielt sich jedoch noch bedeckt. Um die Eigenständigkeit zu erhalten, begab sich Demag Cranes nach den Avancen der Wettbewerber selbst auf Partnersuche und wurde mit der chinesischen Weihua fündig. Terex hat zugesichert, dass Demag Cranes die im Grundsatz vereinbarte strategische Allianz mit den Chinesen, die von Branchenexperten als sehr erfolgversprechend eingestuft wird, auch unter der Dach der Amerikaner mit Leben füllen kann.

Inzwischen wird indes deutlich, das der finanzielle Nachschlag von Terex sein Ziel nicht verfehlt hat und einige Aktionäre ihre Demag-Cranes-Aktien angedient haben. Wie aus mehreren Stimmrechtsmitteilungen vom Dienstagnachmittag hervorgeht, haben sich die Credit Suisse, Halso Lux und Boussard & Gavaudan zumindest teilweise von ihren Aktien getrennt.

Der mit einer Beteiligung von 10% größte Anteilseigner, der Investor Cevian, äußerte sich bislang zwar nicht offiziell zur aufgestockten Offerte. Aber auch die Schweden dürften nicht (mehr) abgeneigt sein. Denn Cevian ist durch Jens Tischendorf im Demag-Cranes-Aufsichtsrat vertreten – das Gremium, das die Annahme des nachgebesserten Angebots heute einstimmig abnickte.

In den ersten vier Wochen – zu den alten Angebotsbedingungen – waren Terex gerade einmal 11.513 Anteile angedient worden, nur 0,05% des Grundkapitals und der Stimmrechte. Der US-Konzern, der sich in Deutschland kleinere Baumaschinenhersteller wie Atlas, Schaeff und Fuchs einverleibt hat, kam damit gerade einmal auf insgesamt 1,08% bei den Düsseldorfern.

Einen neuen offiziellen Wasserstand hat Terex seit der Aufstockung des Angebots nicht mehr bekannt gegeben. Das Angebot läuft noch bis zum Ende des Monats. Bis dahin wollen die Amerikaner mindestens 51% der Demag-Cranes-Anteile halten.