Professor Haller: "Führungsqualität muss man vorleben." (Bild: Ingenics)

Professor Haller: "Führungsqualität muss man vorleben." (Bild: Ingenics)

 “Dauerhafter Erfolg setzt voraus, dass es gelingt, die Führungskraft auf den Shopfloor zu holen und dazu zu bringen, sich konsequent am Tagesgeschäft zu beteiligen”, sagte Professor Eberhard Haller auf dem 4. Hamburger Dialog.


Hamburg (gk). „Bei einigen unserer Kunden spüren wir schon, dass sie aus ruhigen Gewässern in kabbelige See geraten sind“, sagte Ingenics-Vorstand Jörg Herkommer auf dem 4. Hamburger Dialog. „Es kann nur vernünftig sein, Schiff und Crew auf eine Schlechtwetterfront vorzubereiten.“ Wer gut vorbereitet sei, dem böten gerade die volatilen Märkte Chancen, Marktanteile auszubauen. Die Shop-Floor-Ebene einschließlich der Administration liefere Ansatzpunkte.
Dass die Mittel, um standardisierte Prozesskontrolle und Problemlösungen umzusetzen – Visualisierung, Transparenz, Kommunikation – so unkompliziert sein müssen, dass sie auf allen Ebenen verstanden werden, war Professor Eberhard Haller schon klar, als er in Rastatt das erste Produktionssystem bei Mercedes-Benz Cars einführte. „Der Verantwortliche ist so gut oder so schlecht wie seine Mannschaft, das Shop-Floor-Management ist ein flexibles Führungsinstrument, das ihm hilft, permanent Abläufe und Prozesse zu optimieren. Dazu müssen sich Führungskräfte und Basis bis zur Shopfloor-Ebene enger vernetzen“, sagte Haller. „Die meisten haben verstanden, dass sie die Qualität verbessern müssen, aber nicht alle begreifen, dass man die Führungsqualität vorleben muss. Durchhaltevermögen, Hartnäckigkeit wird belohnt. Dauerhafter Erfolg setzt voraus, dass es gelingt, die Führungskraft auf den Shopfloor zu holen und dazu zu bringen, sich konsequent am Tagesgeschäft zu beteiligen.“ Heute verbringen Führungskräfte 5 bis 15 % ihrer Zeit am Ort der Wertschöpfung. 40 % sei das Mindeste, um Vertrauen zu schaffen.