Fusion

Wenn alles klappt geht aus der Fusion der weltgrößte Gasekonzern hervor. - Bild: Pixabay

Insgesamt wurden knapp 73 Prozent aller Linde-Aktien zum Umtausch in die neue Linde plc eingereicht. Linde hatte Ende Oktober die Annahmequote auf 60 von vorher 75 Prozent gesenkt, wodurch sich die ursprüngliche Frist um zwei Wochen verlängerte.

74 Prozent–Schwelle muss überschritten werden

Nach dem 7. November läuft die Nachfrist, die sogenannte Zaunkönig-Frist, innerhalb derer das Angebot noch bis zum 24. November um 24 Uhr angenommen werden kann. Am Ende muss die Umtauschquote 74 Prozent erreichen, sonst droht der Fusion aus steuerlichen Gründen das Aus. An der Börse wird davon ausgegangen, dass dies gelingt.

Unter der Schwelle von 74 Prozent besteht das Risiko, dass die Linde plc, die grundsätzlich in Großbritannien steuerlich ansässig sein soll, der amerikanischen Besteuerung unterliegen wird. Nach Aussage von Beobachtern kann unter der Schwelle mit der Linde AG kein Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag abgeschlossen werden. Die Linde plc wäre dann nur eine Finanzbeteiligung von Praxair, und der Steuersitz lage in den USA mit dem Nachteil höherer Sätze.

Weltgrößter Gasekonzern?

Aus dem Zusammenschluss von Linde und Praxair ginge der weltgrößte Gasekonzern hervor. Die beiden Unternehmen erwarten durch die Transaktion jährliche Synergien von etwa 1 Milliarde US-Dollar. Der gemeinsame Pro-forma-Umsatz liegt bei Zugrundelegung der Jahresabschlüsse von 2015 bei rund 30 Milliarden Dollar.

Nun gilt es, die Wettbewerbshüter zu überzeugen, denn etliche Genehmigungen stehen noch aus, mit einer Ausnahme: Russland hat bereits grünes Licht gegeben - ohne Auflagen. Kritisch dürfte es dagegen in Europa und den USA werden. Wegen erwarteter Auflagen müssen Linde und Praxair wohl Vermögenswerte verkaufen. Interessant wird nun sein, welche das sein werden. Beide Unternehmen beabsichtigen allerdings, nicht mehr als 3,7 Milliarden Euro Umsatz abzugeben.