Strom

Aktuell kommt ein Drittel des in Deutschland erzeugten Stroms von den Erneuerbaren Energien. - Bild: Fotolia.com - flashpics

Gabriel enttäuschte die Hoffnungen aus der Branche, die nach der Weltklimakonferenz auf höheres Tempo setzt. Man dürfe die Absprachen aus der Vergangenheit nicht vergessen, sagte der SPD-Chef auf der Energietagung des Handelsblatts am Dienstag in Berlin.

Gabriel machte sein Beharren auf den bestehenden Ausbauzielen für Wind- und Sonnenstrom an dem lahmenden Ausbau der Stromleitungen fest. "Irgendwann sind wir soweit, dass wir ganz viel Anlagen haben, keine Netze und ich vermute, dass wir dann den Stecker in die Heide oder brandenburgische Mark packen", monierte er. Der Zubau der Erneuerbaren dürfe nicht mehr meilenweit vor dem Netzausbau liegen.

Gabriel rechnet schon heute mit der erheblichen Steigerung der Umlage für den Netzausbau und der Kosten für die Abschaltung von Windrädern und Solarfeldern (Redispatch). Letzteres geschieht immer häufiger, weil zu wenige Leitungskapazitäten für den Ökostrom vom Norden in den Süden der Republik zur Verfügung stehen. Im vergangenen Jahr mussten die Stromkunden dafür bereits eine Milliarde Euro zahlen, für das laufende Jahr erwartet die Bundesregierung schon 1,5 Milliarden Euro.

Aktuell kommt ein Drittel des in Deutschland erzeugten Stroms von den Erneuerbaren Energien. Bis 2025 sollen es nach den gültigen Planungen zwischen 40 und 45 Prozent sein. Die Branche und Umweltschützer fordern nach Paris hingegen ein schnelles Aus für Kohlekraftwerke und den beschleunigten Ausbau beim Ökostrom.