Das Navigationssatellitensystem Galileo gerät für die Europäer zum Milliardengrab. Laut Bundesregierung rechnet die EU-Kommission in Brüssel damit, dass sich das Prestigeprojekt weiter verzögert und zusätzliche Kosten von 1,5 Mrd bis 1,7 Mrd Euro anfallen.

HAMBURG (Dow Jones/ks)–Zudem werde es auf lange Sicht Verluste schreiben, heißt es in einem Regierungsbericht, wie die “Financial Times Deutschland” (FTD – Donnerstagausgabe) berichtet.

“Insgesamt ist nach derzeit vorliegenden Schätzungen davon auszugehen, dass die Betriebskosten die direkten Einnahmen auch langfristig übersteigen werden”, so der Bericht. Selbst wenn man direkte Einnahmen von 100 Mio Euro abziehe, liege der jährliche Zuschussbedarf bei 750 Mio Euro.

Erstmals würden damit ungeschönte Zahlen und die wahren Kosten des Projekts bekannt. Bislang seien die jährlichen Betriebskosten auf rund 250 Mio Euro taxiert worden. Inzwischen rechne Brüssel auch mit geringeren Einnahmen aus der Nutzung. Der Start der ersten zwei Galileo-Satelliten werde nun im dritten Quartal 2011, der Endausbau bis 2017/18 erwartet. Damit würde Galileo zehn Jahre später als ursprünglich geplant fertig.