Von Matt Jarzemsky und Markus Klausen, Dow Jones Newswires

FAIRFIELD/FRANKFURT (Dow Jones/ks)–Der Ausblick für das neue Jahr sei vielversprechend. “GE schließt 2010 mit viel Schwung ab”, sagte CEO Jeff Immelt am Freitag bei Veröffentlichung der Zahlen. Wie im Dezember angekündigt, rechne der Mischkonzern auch im laufenden Jahr und 2012 mit einem Gewinnplus.

Insgesamt helle sich das Umfeld weiter auf, erklärte GE. CEO Immelt sprach in einer Telefonkonferenz von einer breiteren und tieferen Erholung. 2011 dürfte der Konzern auch den Umsatz wieder steigern, und zwar um 0% bis 5%. 2010 waren die Einnahmen noch um 3% gesunken.

Das Schlussquartal sei ein “wirklich gutes Quartal” für GE gewesen, freute sich der CEO. Das organische Umsatzwachstum habe in der Industriesparte 6% betragen. Die Großaufträge (Big Ticket) für Ausrüstungen und Dienstleistungen – eine wichtige Kennziffer des Konzerns – sei um 12% auf 24,8 Mrd Dollar gestiegen. Der gesamte Auftragsbestand sei damit auf einen Rekordwert von 175 Mrd Dollar von 173 Mrd Dollar angeschwollen.

Obwohl der Siemens-Wettbewerber seine Erlöse in den drei Monaten nur um knapp 1% auf 41,4 Mrd Dollar steigern konnte, zogen die Gewinne deutlich an. Das Nettoergebnis stieg um gut die Hälfte auf 4,54 Mrd Dollar oder 0,42 Dollar je Anteil. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 3,01 Mrd Dollar oder 0,28 Dollar je Aktie. Die gleiche Dynamik, wenn auch etwas schwächer, verzeichnete GE im fortgeführten Geschäft. Hier kletterte der Gewinn um ein Drittel auf 3,9 Mrd Dollar oder 0,36 Dollar je Aktie.

Damit übertraf der Konzern aus Fairfield die Erwartungen der Analysten. Diese hatten lediglich mit einem Gewinn je Aktie von 0,32 Dollar gerechnet. Bei den Umsätzen hatten die Branchenkenner GE nur 39,9 Mrd Dollar zugetraut.

Bei GE Capital, der Finanzsparte des Konzerns und der nach Erlösen größten Sparte, sanken die Einnahmen um 4%. Gleichfalls zogen aber die Gewinne der Finanzsparte deutlich an. Die Sparte für technische Infrastruktur und NBC Universal steigerten die Erlöse um 9% bzw 12%. Im Bereich Energie-Infrastruktur sank dagegen der Umsatz um 3%.

Bauchschmerzen bereitet den US-Amerikanern im laufenden Jahr aber der Steuersatz. Da sich der Abschluss des Verkaufs von NBC Universal an Comcast verzögert hatte, lag der Steuersatz im vierten Quartal 2010 unter den eigenen Erwartungen. Anfang dieser Woche wurde der Deal dann von den US-Behörden abgenickt; der Abschluss des Geschäfts sei nun im ersten Quartal zu erwarten, so Immelt. Aus diesem Grund könnte es im Gesamtjahr zu einem deutlich höheren Steuersatz kommen.

Am Aktienmarkt kommen die Neuigkeiten insgesamt gut an. Die Aktie legt im frühen Handel gut 5% zu.

GE hat sich jüngst neu aufgestellt, ihre Tochter NBC Universal in ein von Comcast kontrolliertes Gemeinschaftsunternehmen ausgelagert und ihr Finanzgeschäft gestrafft. Im Schlussquartal hatte der Mischkonzern eine Reihe von Übernahmen angekündigt. Dazu gehörte der Kauf des britischen Pipelineherstellers Wellstream und des US-Herstellers von Produkten für die Gas- und Ölindustrie, Dresser.