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SLM Solutions wird nicht von GE übernommen. - Bild: SLM Solutions

Der Hedgefonds Elliott des US-Investors Paul E. Singer hatte vergangene Woche angekündigt, seine Beteiligung von mehr als 20 Prozent an SLM Solutions nicht anzudienen. Das GE-Angebot sei "nicht im besten Interesse der Aktionäre von SLM", hatte der Investor mitgeteilt. "Daher werden wir das Übernahmeangebot der GE Germany Holdings AG für die Aktien der SLM in der gegenwärtigen Angebotsfassung ablehnen."

SLM-Aktien verlieren deutlich

Ohne dieses Aktienpaket war aber das Erreichen der Mindestannahmeschwelle von 75 Prozent schwierig. GE ließ sich jedoch nicht erweichen und verzichtete darauf, die Mindestannahmequote zu senken. Nun muss der Konzern vorerst auf den Zukauf verzichten, SLM hat keinen starken Partner und Elliot sitzt auf vermutlich hohen Kursverlusten bei seinem Aktienpaket.

SLM-Aktien reagierten mit deutlichen Verlusten auf das Scheitern der Übernahmepläne. Die Papiere verbilligten sich im nachbörslichen Handel bei Lang & Schwarz auf 33 Euro. Im Vergleich zum Xetra-Schlusskurs ist das ein Verlust von 11,8 Prozent. GE hatte für das Lübecker Unternehmen 672 Millionen Euro zahlen wollen. Der Preis von 38 Euro je Aktie entsprach damals einem Aufschlag von 38 Prozent auf den Aktienkurs vor Bekanntwerden der Offerte.

Expansionspläne ausgebremst

Die Entscheidung gegen eine Erhöhung der Offerte könnte die Expansion von GE in die sogenannte Additive Fertigung mit 3D-Druck ausbremsen. Vor einiger Zeit hatte der US-Konzern angekündigt, den Geschäftsbereich 3D-Druck mit einer Milliardeninvestition in Europa auszubauen: Insgesamt 1,4 Milliarden Dollar wollte GE für SLM und die schwedische Arcam AB hinblättern. Beide gehören zu den Branchenführern.

Mit 3D-Druckern lassen sich Metallkomponenten etwa für Flugzeugturbinen herstellen. SLM beispielsweise bietet Laserschmelzanlagen an, woraus sich auch der Name des Unternehmens ergibt: SLM steht für Selective Laser Melting. Arcam ist für die Erfindung eines Elektronenstrahlschmelz-Verfahrens bekannt, das auch bei orthopädischen Implantaten verwendet wird.

Auch die Akquisition von Arcam ist fraglich, denn Elliot hält bereits mehr als 10 Prozent an dem schwedischen Unternehmen. Das könnte reichen, um auch diese Offerte zu blockieren, denn die Mindestannahmeschwelle für Arcam liegt bei 90 Prozent. Ein Elliot-Sprecher hatte sich bereits früher nicht zu den Plänen des Fonds für Arcam äußern wollen.

Singer ist bekannt dafür, bei Unternehmen einzusteigen, bei denen ein Übernahmeangebot vorliegt. Häufig fordert der Investor Einfluss im Unternehmen und spekuliert auf einen höheren Preis. Das ist dieses Mal vorerst schief gegangen.

SLM blickt auf eine rasante Geschäftsentwicklung zurück. Nachdem vor fünf Jahren noch Erlöse von 11,9 Millionen Euro erzielt wurden, erwirtschaftete das Unternehmen vergangenes Jahr mit 260 Mitarbeitern einen Umsatz von gut 66 Millionen Euro. Zudem erzielte SLM immerhin einen kleinen Gewinn.