GEA-Zentrale in Bochum: Die Auftragslage macht Konzernchef Jürg Oleas noch bis zum Jahresende

GEA-Zentrale in Bochum: Die Auftragslage macht Konzernchef Jürg Oleas noch bis zum Jahresende zuversichtlich (Bild: GEA).

Von Martin Rapp, Dow Jones Newswires

DÜSSELDORF (ks)–Die anhaltend hohe Nachfrage aus der Lebensmittel- und Getränkeindustrie hat dem Maschinenbauer GEA die erhofften Umsatz- und Gewinnsteigerungen gebracht. Im Sommervierteljahr erzielte das Düsseldorfer MDAX-Unternehmen nach Angaben vom Mittwoch auch dank der jüngsten Zukäufe zweistellige Wachstumsraten.

Die GEA Group AG erlöste von Juli bis September knapp 1,4 Mrd Euro und verdiente unter dem Strich mit 85,9 Mio Euro mehr als doppelt so viel wie vor einem Jahr. Damit wurden die Schätzungen der Analysten übertroffen. Die von Dow Jones Newswires befragten Marktbeobachter hatten bei einem Umsatz von 1,37 Mrd Euro einen Nettogewinn von 75 Mio Euro erwartet.
Vor einem Jahr standen gut 1,1 Mrd Euro bzw 35 Mio Euro zu Buche. Gut die Hälfte des Erlöswachstums von knapp 25% geht auf die Akquisition von Convenience Food Systems und Bock Kältemaschinen zurück, die GEA Anfang des Jahres erworben hatte. Für die Steigerung aus eigener Kraft sorgte vor allem die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie, die für jeden zweiten eingenommenen Euro steht. Beim Gewinn half neben den Zukäufen der Wegfall von Restrukturierungsaufwendungen, die 2010 das Ergebnis gedrückt hatten und nun auch die Ertragskraft verbesserten. Vor Zinsen und Steuern (EBIT) sowie bereinigt um Bewertungseffekte aus den Zukäufen erreichte die Marge 10%.
GEA erhielt in dem Vierteljahr neue Aufträge für rund 1,4 Mrd Euro und geht kurzfristig nicht von einer Abschwächung aus. “Wir erwarten auch für 2011, dass das vierte Quartal wieder das stärkste sein wird”, sagte der Vorstandsvorsitzende Jürg Oleas. Sein Unternehmen bekräftigte die im Sommer angehobene Prognose, wonach im Gesamtjahr zwischen 5,1 Mrd und 5,3 Mrd Euro beim Umsatz sowie 5,4 Mrd bis 5,6 Mrd Euro beim Auftragseingang erreicht werden sollen. Nach neun Monaten stehen 3,8 Mrd bzw 4,1 Mrd Euro zu Buche.
In die grundsätzlich positiven Aussagen mischte sich aber auch eine Portion Skepsis. “Aussagen zur zukünftigen Entwicklung der Weltwirtschaft sind schwieriger geworden”, wurde Oleas zitiert. Im Quartalsbericht heißt es zwar, dass die zunehmenden Sorgen um die Konjunktur bisher nur vereinzelt zu spüren seien. Doch schwant GEA nach der nicht lang zurückliegenden Krise 2009 neues Ungemach. Auf absehbare Zukunft sei mit deutlich stärkeren Schwankungen an den Finanzmärkten und mit den entsprechenden Auswirkungen in der Realwirtschaft zu rechnen.