General Motors

Wegen defekter Zündschlösser hatte GM Millionen von Autos zurückgerufen, allerdings erst mit Verzögerung. Die defekten Zündschlösser werden mit mehr als 100 Todesfällen in Verbindung gebracht. - Bild: GM

Eine Einigung könnte schon am Donnerstag erzielt werden. Wegen defekter Zündschlösser hatte GM Millionen von Autos zurückgerufen, allerdings erst mit Verzögerung. Die defekten Zündschlösser werden mit mehr als 100 Todesfällen in Verbindung gebracht.

Der Sicherheitsskandal überschattete die Erholung des Autokonzerns von seinem Konkurs, schmälerte seine Kassen und schadete seinem Image bei den Kunden.

Es wird erwartet, dass GM im Zuge des Deals mit den Bundesanwaltschaft in New York des kriminellen Betrugs angeklagt wird, weil der Autobauer Informationen über die fehlerhaften Zündschlösser bewusst zurückgehalten und irreführende Angaben gemacht haben soll. Auch dürfte GM mit einer Geldstrafe belegt werden, die sich auf mehr als 800 Millionen US-Dollar belaufen dürfte, wie mit der Sache vertraute Personen sagten. Klagen gegen einzelne GM-Mitarbeiter seien dagegen unwahrscheinlich, sagten zwei der Personen.

Die strafrechtlichen Vorwürfe würden sich nicht nur auf den Vorwurf des Betrugs beschränken, sagte eine der Personen.

Der Autobauer werde vermutlich eine Vereinbarung über den Aufschub der Strafverfolgung eingehen, wonach die Regierung den Fall schließlich ad acta legen werde, wenn sich das Unternehmen an die Bedingungen des Deals hält, sagte ein Informant. Beide Seiten arbeiteten am Mittwoch noch an der endgültigen Fassung des Vergleichs. Der könne aber noch scheitern.

Der Vergleich ist der zweite seiner Art in einem beispiellosen Vorgehen der Behörden gegen Autohersteller wegen Sicherheitsproblemen, angeführt vom Büro des Staatsanwalts in Manhattan und der New Yorker Außenstelle der Bundespolizei FBI. Der Ermittler ermitteln derzeit noch einzelne Mitarbeiter. Im Zuge der Ermittlung sei es aber immer unwahrscheinlicher geworden, dass gegen sie Klage erhoben werde, sagten die mit der Sache vertrauten Personen.

Die erwartete Geldstrafe ist niedriger als die 1,2 Milliarden Dollar, auf die sich der japanische Autobauer Toyota im vergangenen Jahr geeinigt hat, um einen ähnlichen Fall beizulegen. Dies liege zum Teil auch an der Kooperation von GM mit der Regierung, hieß es von den Informanten. Toyota Motor Corp hatte eingeräumt, US-Verbraucher in die Irre geführt zu haben, indem der Konzern Berichte über die unbeabsichtigte Beschleunigung seiner Fahrzeugen verheimlichte und darüber irreführende Aussagen machte. Die unbeabsichtigte Beschleunigung hatte ebenfalls Unfälle mit tödlichem Ausgang zur Folge.

Der Erfolg bei Toyota ermutigte US-Staatsanwalt Preet Bharara, auch andere Ermittlungen gegen Autobauer anzustrengen. In einem Interview in diesem Jahr bezeichnete Bharara den Toyota-Fall als "Wendepunkt".