CHICAGO (Dow Jones/rm). Wie aus Zeitungs- und Agenturmeldungen vom Wochenende hervor geht, soll GM früher als bisher geplant an die Börse gehen. Zudem verhandelt er mit Banken über einen revolvierenden Kredit von 5 Mrd USD.

Reuters berichtet unter Berufung auf eine mit der Sachlage vertraute Person, ein Börsengang werde nun für Mitte August angestrebt. Bisher sei das vierte Quartal ins Auge gefasst worden. GM wollte dies nicht kommentieren. Dem Bericht zufolge gibt es noch keine genaueren Vorstellungen über den geplanten Aktienpreis. GM ist demnach aber bereit, Abstriche beim Preis zu machen, wenn dafür der Börsengang frühzeitig über die Bühne geht.

Der Staat hält nach der Rettung von GM für rund 50 Mrd USD 60,8% der Aktien und will dem Bericht zufolge Aktien für 10 Mrd bis 12 Mrd USD veräußern. Die “New York Times” berichtete auf ihrer Webseite, die Regierung werde einen ausreichend großen Teil ihrer Aktien verkaufen, um nicht mehr Mehrheitseigner zu sein.

Ein Mitarbeiter des Finanzministeriums sagte, es sei noch viel zu früh, um Zahlen zu nennen. Reuters zufolge wurden aber bereits JPMorgan Chase & Co. und Morgan Stanley damit beauftragt, das IPO abzuwickeln. Als Berater der Regierung sollen Lazard und die Boston Consulting Group fungieren.

GM hatte im vergangenen Sommer nach nur 40 Tagen die Insolvenz verlassen – Mehrheitseigner wurde der amerikanische Staat. Kanada hält rund 12% an GM. Die restlichen Anteile gehören einem von der Autogewerkschaft UAW geführten Fonds für GM-Pensionäre und den Gläubigern des Konzerns. Im Juni hatte das Finanzministeriums in Washington angekündigt, GM nicht vor Oktober wieder an die Börse zu bringen.

Einem Bericht des “Wall Street Journal” (WSJ) zufolge verhandelt GM derzeit mit Banken über einen revolvierenden Kredit von 5 Mrd USD. Mit einer solchen Kreditlinie wolle GM das Vertrauen der Investoren in die Fähigkeit des Kfz-Herstellers stärken, ohne staatliche Hilfe zurechtzukommen, berichtet das WSJ unter Berufung auf unterrichtete Personen.