Wettert gegen die europäische Autobranche und droht mit Strafzöllen auf Autos: US-Präsident Donald Trump

Wettert gegen die europäische Autobranche und droht mit Strafzöllen auf Autos: US-Präsident Donald Trump. - Bild: Pixabay

Nach jahrelangen Bemühungen um den Abbau von Zollschranken schere eine Nation jetzt aus, sagte VW-Konzernchef Matthias Müller am Montagabend in Genf mit Blick auf die USA. "Das ist für uns auch sehr überraschend. Jetzt muss man schauen, wie sie sich konkret verhalten." Für Schlussfolgerungen sei es noch zu früh. "Wir müssen das dann in aller Gelassenheit bewerten und dann entscheiden."

Trump hatte zunächst Strafzölle auf Stahl und Aluminium angekündigt und dann am Wochenende nachgelegt und Europäern mit Strafabgaben für Import-Autos gedroht, sollten sie ihrerseits US-Produkte mit höheren Zöllen belegen. Befürchtet werden vor allem Nachteile für deutsche Autobauer, die zuletzt Marktanteile in den USA gewonnen hatten. Die EU-Kommission will am Mittwoch entscheiden, wie sie reagiert.

Viel Gesprächsstoff bieten außerdem die möglichen Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge in deutschen Städten und - gerade aktuell im Fall Daimler - die Rolle Chinas. Pünktlich zum Autosalon wurde vor gut einer Woche der Einstieg von Geely-Gründer Li Shufu bei den Schwaben bekannt. Der Milliardär ist nun größter Einzelaktionär. Was das für Daimler, letztlich aber auch für die gesamte Branche bedeutet, dürfte ebenfalls ein Thema in Genf werden. "Irgendwann werden die Chinesen zu Wettbewerbern, das ist abzusehen", sagte VW-Markenchef Herbert Diess.

Verständnis für Kritik am Auto

Für die nicht abreißende massive Kritik am Auto zeigte Konzernchef Müller Verständnis. "Die zunehmende Luftverschmutzung" und "Staus bis zum Verkehrsinfarkt" seien große Herausforderungen, sagte er. Aber gemeinsam könnten Politik, Kommunen, Digitalwirtschaft und Autoindustrie eine Verkehrswende schaffen.

Kurzfristig müssten jetzt effizientere und saubere Fahrzeuge in die Städte kommen, sagte Müller. Ein Baustein, um ältere Fahrzeuge schnell von der Straße zu holen, seien Wechselprämien. Seit August hätten damit 160 000 VW-Kunden in Deutschland ihr altes gegen ein neues Fahrzeug eingetauscht. Elektro-Mobilität, autonomes Fahren, digitale Vernetzung und neue Mobilitätsdienste seien "wichtige Hebel, mit denen wir die Mobilität in den Städten effizienter, sauberer und menschlicher machen wollen", sagte Müller. VW investiere dafür bis 2022 mehr als 34 Milliarden Euro.

Der Konzern habe inzwischen acht Elektromodelle und Plug-In-Hybride im Programm. Elf weitere sollen in diesem Jahr folgen, darunter der Audi-SUV Q6 e-tron mit 500 Kilometern Reichweite. Nur, wenn sich E-Autos auch schnell, problemlos und komfortabel laden ließen, werde sich das E-Auto auch durchsetzen. "Das heißt: Wir brauchen mehr, viel mehr Ladestationen. Und wir brauchen sie flächendeckend", sagte Müller. Die Autoindustrie könne Teil der Lösung sein, aber es gebe keine Insellösungen.

Neuheiten des 88. Genfer Autosalons: Frühlingsgefühle

Der Genfer Autosalon bildet traditionell den Auftakt in die europäische Autosaison. Auch dieses Jahr erwecken Hersteller wie PSA, Mercedes, Volkswagen & Co. viele Neuheiten aus dem Winterschlaf. Dabei geht die Gleichung Elektromobilität ist gleich Power + Reichweite immer öfter auf.

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