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Alle Schadensersatzklagen gegen die Porsche SE belaufen sich insgesamt auf eine gefordete Schadenssumme von rund 5,5 Milliarden Euro. Der überwiegende Teil der Klagen ist mittlerweile am Landgericht in Hannover angesiedelt. - Bild: Porsche

Am Mittwoch entschied das Landgericht Hannover, dass vier Klagen für die Klärung von insgesamt 83 sogenannter "Feststellungsziele" und "zum Zwecke der Herbeiführung eines Musterentscheids" zusammen dem Oberlandesgericht Celle vorgelegt werden, teilte das Landgericht mit.

Drei der vier Klagen, die einen Musterverfahrensantrag am Landgericht gestellt hatten, werden von Anwalt Andreas Tilp vertreten. Sie fordern einen Schadensersatz von rund 3,4 Milliarden Euro. Der Jurist hatte zuvor bereits Kläger gegen die Deutsche Telekom sowie die Hypo Real Estate vertreten, deren Verfahren ebenfalls nach dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG) verhandelt wurden.

Kläger begrüßen Bündelung

"Dies stellt einen wichtigen Etappensieg für die von uns vertretenen Kläger dar", sagte Rechtsanwalt Andreas Tilp. Erfahrungsgemäß würden die Erfolgschancen der Kläger mit der Durchführung eines Musterverfahrens "deutlich erhöht", sagte er weiter.

Die Porsche SE hält die Klagen für unbegründet. Nachdem bereits verschiedene Zivilgerichte die Rechtsauffassung der Porsche SE geteilt hätten, sei es für die Porsche Holding unerheblich, vor welchem Gericht die Klagen verhandelt würden. "Das KapMuG-Verfahren bietet jedenfalls die Möglichkeit, die Vorwürfe der Kläger zügig und verbindlich zu klären", sagte ein Unternehmenssprecher.

Prozessbeobachter rechnen damit, dass das Verfahren von Celle noch bis zum Bundesgerichtshof (BGH) geht. Denn die Prozessbeteiligten können bei den jeweiligen Feststellungszielen, die am OLG verhandelt werden, Beschwerde beim BGH einlegen.

Alle Schadensersatzklagen gegen die Porsche SE belaufen sich insgesamt auf eine gefordete Schadenssumme von rund 5,5 Milliarden Euro. Der überwiegende Teil der Klagen ist mittlerweile am Landgericht in Hannover angesiedelt. Die Kläger, größtenteils institutionelle Investoren, fühlen sich von Porsche im Zuge der verpatzten VW-Übernahme im Jahr 2008 falsch und irreführend informiert.