Grammer

Der Industriellen-Clan Hastor ist über zwei Investmentfirmen mit einem Anteil von über 20 Prozent der mit Abstand größte Aktionär des SDAX-Unternehmens. Die bosnische Investorenfamilie will den Grammer-Chef ablösen und fordert mehrere Aufsichtsratssitze. - Bild: Grammer

Grammer hatte unter anderem abgelehnt, ein außerordentliches Aktionärstreffen abzuhalten. Der Grammer-Vorstand zeigte sich in seiner Mitteilung gleichwohl offen für Gespräche mit dem Großaktionär.

Das Gericht urteilte, dass der Antrag auf Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung durch die Hastor-Gesellschaft Cascade unzulässig war. Das Management hat laut Mitteilung also richtig gehandelt, indem es diesem Ansinnen nicht nachgekommen ist. Das hatte zuvor auch schon das Amtsgericht Amberg so entschieden.

Außerdem stellte das Gericht klar, dass auch bei einer möglichen Abberufung von mehr als drei Aufsichtsratsmitgliedern nur drei neue Mitglieder gewählt werden dürfen. Mögliche weitere freiwerdende Sitze im Kontrollgremium würden dann über gerichtliche Bestellungen ausgefüllt. Damit wäre es Cascade nicht möglich, bei einer Stimmenmehrheit in der Hauptversammlung bereits den Aufsichtsrat zu dominieren. Cascade hatte moniert, dass der Vorstand entsprechende Ergänzungsverlangen zur Hauptversammlung nicht korrekt widergegeben hat. Wie Grammer mitteilte, kann die reguläre Hauptversammlung satzungsgemäß von einem Mitglied des Grammer-Aufsichtsrats geleitet werden.

Vorstand und Aufsichtsrat erneuerten ihr Gesprächsangebot an Cascade. Man sei weiter offen für Gespräche ohne Vorbedingungen. Cascade hatte laut Grammer in den letzten Monaten alle Angebote ausgeschlagen. Der Investor sei nur bei Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung zu Gesprächen bereit gewesen. Ein erstes Treffen unter Vermittlung der bayerischen Wirtschaftsministerin Ilse Aigner habe es vergangene Woche gegeben. Allerdings sei über die Inhalte Stillschweigen vereinbart worden.

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Der Industriellen-Clan Hastor ist über zwei Investmentfirmen mit einem Anteil von über 20 Prozent der mit Abstand größte Aktionär des SDAX-Unternehmens. Die bosnische Investorenfamilie will den Grammer-Chef ablösen und fordert mehrere Aufsichtsratssitze. Bei der für kommende Woche Mittwoch geplanten Hauptversammlung wird es zur Kampfabstimmung unter den Aktionären kommen.

Möglicherweise könnte dem chinesischen Konzern Ningbo Jifeng bei der Hauptversammlung entscheidende Bedeutung zukommen. Grammer hatte sich Anfang des Jahres inmitten des Abwehrkampfes mit dem langjährigen Partner verbündet, der mittlerweile auf einen Anteil von rund 11 Prozent kommt.