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Nach einer Gewinnwarnung ist der Marktwert von GEA um ein Fünftel eingebrochen. - Bild: GEA

Während an der Börse Panik herrscht, reagiert ein Analyst zunächst relativ gelassen darauf, dass Gea sich von seinen Jahreszielen verabschiedet hat. Thorsten Reigber von der DZ Bank bekräftigt seine Kaufempfehlung für Gea. Die Gewinnwarnung sei zwar scharf, aber von temporären Ereignissen ausgelöst.

So verzögere sich die Ausführung von Projekten, daneben leide das Geschäft mit Molkereien unter dem Niedergang der Branche. "Dass der Konzern die Mittelfrist-Ziele bekräftigt hat, ist aber positiv", so Reigber. Er nennt ein Kursziel von 52 Euro für die Gea-Aktie.

Das dritte Quartal lief für den Anlagenbauer unerwartet schlecht. Verzögerungen bei der Vergabe größerer Aufträge im Bereich Milchverarbeitung sowie andauernde Investitionszurückhaltung auch der Öl- und Gasindustrie ließen den Umsatz im dritten Quartal nach vorläufigen Berechnungen auf 1,1 Milliarden Euro schrumpfen. Bereinigt um Akquisitions- und Währungseinflüsse entsprach dies organisch einem Minus von 1,8 Prozent, wie der Düsseldorfer Konzern mitteilte.

Der Auftragseingang gab organisch um 0,3 Prozent nach, und das operative EBITDA fiel auf 113 Millionen von 144 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Zu dem Gewinnrückgang trugen neben der Geschäftsflaute und der geringeren Auslastung auch Kostenüberschreitungen bei einigen Großprojekten einschließlich zusätzlicher Rückstellungen für Restrisiken im Zusammenhang mit diesen Projekten bei.

Die Belastungen könnten bis Ende des Jahres nicht mehr vollständig durch Gegenmaßnahmen, wie beispielsweise das Heben weiterer Einsparpotentiale, kompensiert werden, teilte Gea mit. Obwohl sich das restliche Geschäft wie erwartet entwickelt habe, könne es die genannten nachteiligen Auswirkungen nicht mehr kompensieren.

Gea kappte deshalb die Jahresziele: Statt einen moderaten Anstieg sieht der Konzern 2016 jetzt einen moderaten Umsatzrückgang. Das operative EBITDA soll nur noch 570 Millionen Euro erreichen. Bislang hatte sich Gea 645 Millionen bis 715 Millionen Euro vorgenommen, und da war noch gar nicht der inzwischen berücksichtigte Beitrag des zugekauften Unternehmens Imaforni von 10 Millionen Euro enthalten. Die operative Cash-Flow-Treiber-Marge soll 2016 nun 10 statt 10 bis 11 Prozent erreichen. Die im Rahmen des Kapitalmarkttages Anfang Oktober gegebenen mittelfristigen finanziellen Ziele bestätigte Gea indessen.